Donnerstag, 31. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Silvester - werde ich bei Peters Party verbringen. Johnny kommt auch, also wird es lustig.


Aber warum Jahreswechsel mitten im Winter?

Wir feiern Jahreswechsel nach der Wintersonnwende, Anfang des Winters. Nach dem Bahai-Kalender, der vermutlich auf Zarathustra zurück geht, und von einigen Ländern angewendet wird, ist es der 21. März, also Frühlingsbeginn, der als Jahresbeginn verstanden wird. Da erwacht das Leben neu, die Natur entwickelt Blüten und Blätter. Klingt einleuchtend.


Vielleicht ist es aber doch die Geburt des Lichtgottes in der Tiefe der Erde, die uns Menschen so berührt. Auch unbewusst.

Für das Auge unsichtbar, aber dennoch bereits Teil der Welt.

Das Yang im Yin.

Dienstag, 29. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Ein schöner Tag mit Carla. Wir waren in Reichenau an der Rax, bei Sonnenschein, ein besonderer Platz. Wir haben über Viktor Frankl gesprochen und wie sehr der Mensch einen Sinn braucht.

Gibt es einen Sinn?

Wenn ja, welchen?

Muss man ihn suchen oder ist er einfach immer schon da?


Mir fiel das Tao te King ein, auch wenn dort das Wort SINN in der Übersetzung anders gebraucht wurde.

...Der große SINN ist überströmend;

er kann zur Rechten sein und zur Linken.

Alle Dinge verdanken ihm ihr Dasein,

und er verweigert sich ihnen nicht. ...

Sonntag, 27. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Friedlich daheim, Zeit für Zazen - war auch im Wald und habe die Ruhe genossen. "Reizfreie" Zone, sozusagen.

Das kleine Familienfest, das ich für Paps veranstaltet habe, war es jedenfalls nicht. Tante Mette hat geschmollt, weil ich gekocht habe. Nach ihrer "Eierkur" für Paps lasse ich sie nicht mehr an den Herd. Ist mir egal, ob sie ihn damit stärken oder umbringen wollte, ich behalte sie im Auge. Das Sparbuch hat sie nicht mehr rausgerückt - das ist für ihre "Aufwendungen". Paps ist es egal, also soll es das für mich auch sein.
Der Rest der Familie war betont zurückhaltend. Es wurde nur Belangloses geredet, alle heiklen Themen vermieden. Mir ist klar geworden, dass ich das nicht mehr brauche. Ich möchte mich in meiner freien Zeit mit Menschen umgeben, mit denen ich mich ungezwungen unterhalten kann. Das habe ich ihnen schließlich auch gesagt.

Na hallo, das war ein Aufsehen!

Und dann haben sie wieder nichts gesagt. Mauer.

Sie sind wirklich witzig, die lieben Leut! Kann man nix machen...

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Der Fön zerreißt mir noch den Schädel! So was von Kopfweh und das den dritten Tag - kein Wunder, wenn die Temperatur von -10 auf +6°C steigt. Der schöne Schnee schmilzt einfach weg - dabei brauchen wir den doch morgen für die Weihnachtsstimmung...es wird trotzdem schön sein.

Ich fahre zu Mutters Grab und zünde ein Kerzerl an. Dann werde ich mit Paps feiern und am Abend bei mir zu Hause mit Ashley noch beim Feuer sitzen, Beifuß, Arnika und Weihrauch räuchern, nicht zu vergessen Portwein schlürfen. Alleine.
Werde meinen Oskar Wilde weiterlesen. Wie sagt er als Lord Goring so schön:
"Other people are quite dreadful. The only possible society is oneself...To love oneself is the beginning of a lifelong romance."

Montag, 21. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Wintersonnenwende - die Göttin gebiert in der Tiefe der Nacht das Sonnenkind. Der Hirschgott Cernunnos streift durch den Wald, regt das Leben erneut an.


Heute erinnert uns noch Santa Claus mit seinem Rentiergespann daran und das Sonnenkind ist das Christkind - alles nur Worte und Namen - sie stehen für unser Bedürfnis nach Hoffnung, nach Erneuerung, Wiedergeburt.

Sonntag, 20. Dezember 2009

Genro Laoshi


"...Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten der Rückbindung an das eigene Wesen, wie es Wesen auf der Welt gibt. Aber ist das notwendig, wenn alles doch im Einem geborgen ist? Alles ist vereint, ist ungeteilte, unaussprechliche Wahrheit.


Keine Sicht gleicht der anderen. Alle können nur zur gleichen Ein-Sicht gelangen."


aus: ZEN.sucht nach dem Wanderer, Genro Laoshi, 155;



Donnerstag, 17. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Wenn ich auf diesem Hügel stehe, dann dehnt sich meine Seele nach allen Richtungen, als könnte sie fliegen...ja, da kann sie fliegen...die Erde, auf der ich gewachsen bin, nährt mich, der Himmel, der erreichbar wird, beflügelt mich.
Was für ein Platz...zu jeder Jahreszeit, bei jeder Witterung magisch!

Dienstag, 15. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Mein närrisches Apfelbäumchen hatte schon richtige Äpfel entwickelt - die jetzt erfrieren. Der ganze Kraftaufwand vergebens, warum hat es das getan?

OK, der Hagel im Juli hat die neue Blüte provoziert, aber warum? Hätte doch auch einfach neue Blätter treiben können und fertig? Eine Frucht verlangt doch viel mehr Energie.
Früchte um jeden Preis - hm, das tu' ich - und viele die ich kenne - auch. Mit Schnupfen arbeiten gehen, kaum ist das Fieber vorbei, schon geht's wieder auf und los. Keine Zeit zum Regenerieren. Wer ist das, der uns so jagt? Wirklich nur die Angst, die Arbeit zu verlieren? Wir machen das ja auch, um unsere Lieben zu versorgen, oder gehen gleich wieder trainieren, um einen schönen, fitten Körper zu haben. Also, wer/was treibt uns an?
Ich werde mir jedenfalls im Kalender notieren, das Apfelbäumchen im Frühling mit guten Biodünger zu verwöhnen.

Freitag, 11. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Nach dem langen Liegen habe ich wieder mit dem Surya Namaskar (Sonnengruß) begonnen. Du liebe Zeit, wie man in einer Woche einrostet!
In der Hüfte zieht und spannt es, das Abrollen der Wirbelsäule zeigt erbarmungslos jede Verspannung auf. Da hilft nur eins: Hineinatmen. Und Weiterüben. Die Belohnung ist ein fantastisches Wohlgefühl, man fühlt sich verjüngt, gestärkt und beschwingt.

Diese 10 Minuten zahlen sich wirklich aus, weil ich damit einem Hexenschuß (und schlimmeren Dingen) vorbeugen kann. Muss mir notieren, Theres diese Übung zu zeigen, die klagt ja immer über Rückenschmerzen. Ich kenne da noch ein paar Qi Gong Übungen, die ihr auch gut tun würden, aber überfordern darf ich sie auch nicht. Sonst macht sie gar keine davon.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Es geht schon wieder recht gut. Das Fieber ist fast weg, kommt Abends meist noch mal und der Husten ist etwas mühsam. Mit Eibisch-Süßholztee spüle ich das Kratzen weg. Und Kräuterzuckerl natürlich. Habe das Gefühl, es wird immer besser. Werde mich mal wieder nach draußen wagen und mir den blauen Himmel und die Sonne auf das Haupt leuchten lassen - das hebt das Gemüt! Ich könnte "Stehen wie eine Kiefer" üben; das sammelt die Kräfte von der "Wurzel" bis zur "Krone" und ist nicht anstrengend, mehr ein inneres Qi Gong.

Um Paps konnte ich mich die letzten Tage nicht so kümmern, das Telefonieren mit ihm geht nicht so gut, weil er sich beim Sprechen plagt. Vielleicht bin ich morgen wieder so fit, dass ich ihn besuchen kann und nach dem Rechten sehe.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Grippe - Kopfweh, Gliederschmerzen, Husten, Schnupfen und Fieber...Fieberträume die schmerzen...

Sonntag, 6. Dezember 2009

Lao Tse


"Gräser und Bäume sind biegsam und zart,

wenn sie das Licht der Welt erblicken;

wenn sie tot sind,

sind sie dürr und trocken.

Darum ist das Harte und Starre

dem Tod nahe,

das Zarte und Nachgiebige

ist dem Leben nahe."


aus: Tao-Te-King, Lao Tse, Diogenes, 76

Agnes Feders Tagebuch


Herrje, fühlt sich an, als würde ich eine Grippe kriegen. Bin ganz matt, die Gelenke tun mir weh, Halsweh und so ein Hüsteln kommt immer wieder mal. Dabei wollte ich noch zu Paps, ihm Essen bringen und Gesellschaft leisten. Johnny werde ich auch absagen, das wird heute nichts mit unserer Verabredung. Macht mir eigentlich gar nichts...brauche ich keine Entscheidung treffen...trinke lieber mal einen halben Liter Eibischtee und bade in Thymian. Ja, das ist jetzt genau richtig.

Freitag, 4. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Johnny hat sich wieder gemeldet - habe mich echt gefreut! Hätte nicht gedacht, dass er wirklich anrufen wird. Wir haben uns verabredet, nur ein Punsch am Christkindlmarkt, das ist alles.
Da ist mir aufgefallen, ich habe gar keine Weihnachtserinnerungen mit Siebert. Wir hatten niemals Weihnachten...schon seltsam. Er war für mich mein ganzes Leben, aber wir haben nie "das Fest der Liebe" miteinander verbracht. Ich vermisse dich, Siebert, ach, wie weh das tut....

Dienstag, 1. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Jetzt hat der Advent begonnen - man möchte meinen, der heilige Abend steht schon vor der Tür, solange haben wir schon mit geschmückten Bäumen, Schoko-Nikoläusen, Weihnachtsangeboten und Geschenkideen gelebt! Wenigstens ist's bei mir am Berg still. Wobei, der Nachbar hat schon Anfang November seine Weihnachtsmänner über den Balkon geschmissen und dort baumeln sie jetzt mindestens noch einen Monat.

Geht man aber in den Wald und es ist ganz leise und vielleicht einwenig neblig, dann kann gut sein, dass das Knacksen in der Ferne, das Rascheln hinter mir oder der Ruf der Krähe aus dem Wipfel vielmehr ankündigt, als jeder Schmuck und Tand...

Mittwoch, 25. November 2009

Agnes Feders Tagebuch


Habe von Michelle geträumt, eigentlich von Luva. Vielleicht kam das, weil ich gestern in meinem chinesischen Stammgeschäft, also bei Frau Suzi, Steine und Steinketten angesehen habe.

Es waren schöne Jadeketten dabei. Die grüne Jade (es gibt sie auch in violett und schwarz) ist so sanft und zart. In China wurde sie schon 5000 vor Christi hochgeschätzt, natürlich auch in Ägypten und im Mexiko der Mayas.

Immer wurde Jade als Schutzstein verwendet, der Böses fernhält, Freundschaft und Liebe schafft, des Trägers Bewusstsein hebt und ihm die Fähigkeit der Traumdeutung verleiht.

Jade soll auf den Körper eine reinigende Wirkung haben, das Immunsytem positiv beeinflussen, hohen Blutdruck lindern, Fruchtbarkeit fördern und Schwangere bzw. Gebärende vor Schmerz und Fehlgeburt bewahren. Das habe ich zwar noch nicht ausprobiert, allerdings die Wirkung auf die Seele kann ich bestätigen. Meine beiden Jadeketten sind Geschenke meiner Mutter, ich trage sie, wenn ich mich besonders beschützt fühlen möchte...
Buchtipp:Das große Lexikon der Heilsteine, Düfte und Kräuter, Edition Methusalem

Sonntag, 22. November 2009

Agnes Feders Tagebuch

Murmeltiertag! Heute hab' ich mich im Haus eingekuschelt und nur am Nachmittag einen kleinen Spaziergang gemacht, um den Kopf einwenig frei zu kriegen. Bin auch nicht zu Paps, weil Mette unbedingt zu ihm wollte.
Hatte mit ihr ein längeres Gespräch. Sie hat tatsächlich Eidotter geröstet und es ihm unters Essen gemischt. Unzählige! Sie meinte, es würde ihn stärken. Ich glaube, es hat seine Adern verstopft und den Schlaganfall verursacht.
Ob eine böse Absicht dahinter war?
Was auch immer ich dazu empfinde, nachweisen kann ich ihr nichts. Ich kann mich dunkel an einen Kriminalfall erinnern - da hat Mama noch gelebt - da hat das eine Ehefrau mit ihrem Mann gemacht. Mama und Mette haben sicher darüber geredet. Allerdings kann ich nicht glauben, dass Mette das wegen dem Sparbuch von Paps tun würde, - aber das ist ja mein Problem, die schlimmen Sachen traue ich nie jemanden zu, und dann...
video

Meister Bankei


"...Zazen ist nichts als ein anderer Name für den Ur-Geist. Gemeint ist damit friedvolles Sitzen. Friedvoller Geist. Beim Sitzen sitzt er einfach. Beim Kinhin geht er einfach.
Auf keine Art und Weise kann irgendwer den buddhistischen Dharma predigen, und wäre auch Himmel und Erde sein Mund. Die ihn zu predigen versuchen, blenden am Ende nur andere. ..."


aus: Meister Bankei, Die Zen-Lehre des Ungeborenen, Otto Wilhelm Barth Verlag, 134

Mittwoch, 18. November 2009

Agnes Feders Tagebuch





Die Geschäfte und Straßen sind längst weihnachtlich dekoriert, der Wiener Christkindmarkt am Rathausplatz eröffnet, doch bis zur Wintersonnwende ist es noch einige Wochen hin. Der kürzeste Tag, der Tag an dem die Sonne "stirbt". Man kann es nicht erwarten. Vielleicht aber fürchtet sich das Unbewusste davor und wir versuchen mit viel Licht und Glamour davon abzulenken?



Für dieses Ereignis steht die Eibe, der Baum der Totengöttin. Seine Blätter und Samen sind hochgiftig, totbringend, das nutzten schon die Kelten für vergiftete Pfeilspitzen aus. Und doch ist die Eibe selbst das langlebigste Wesen auf Erden, übertrifft darin noch die Eiche, nach dem alten Glauben jedenfalls. Aus ihrem Holz wurden Wahrsage-und Zauberstäbe geschnitten. Ein düsterer Baum mit leuchtend roten Beeren.

Montag, 16. November 2009

Agnes Feders Tagebuch


Bei Peter und Maria geht es in die letzte Phase der Schwangerschaft. Bisher ist alles gut gegangen, aber in letzter Zeit fühlt sich Maria so schwer und kraftlos. Das mag ganz normal sein, wenn man 14 Kilo mehr hat und einen großen Bauch vor sich her schiebt, der das Kreuz belastet. Dennoch mache ich mir einwenig Gedanken um die beiden. Maria hat wieder um Reiki-Behandlungen gebeten, die ich ihr gerne gebe. Toll, dass sie daran gedacht hat! Ist doch genau richtig, wenn man das Gefühl hat, die Energie geht aus. Laut ihrem Arzt ist alles in Ordnung, das wenigstens beruhigt.

Muss das noch mit Paps regeln, denn den Besuche ich fast täglich und bringe ihm Essen. Schwer, da noch was anderes zu machen. Bin dann Abends oft schon so müde, dass ich nur noch heim ins Bett will. Heute allerdings übe ich Qi Gong mit Carla und der Gruppe. Darauf freue ich mich schon!

Sonntag, 15. November 2009

Genro Laoshi


"NICHTS IST ALLES - ...Das Rad mit seinen Speichen wird drehbar, durch die Nabe, wo es nicht ist. Das Tongefäß wird brauchbar, durch den Raum, wo es nicht ist und Flüssigkeit aufnehmen kann. Das Haus mit seinen Mauern wird bewohnbar, durch den Raum, wo es nicht ist.


Du bist allumfassendes Selbst, wo du nicht bist."




aus: Genro Laoshi, ZEN.sucht nach dem Wanderer, http://www.top-team-trainings.com/medien/ZENsucht.php

Mittwoch, 11. November 2009

Agnes Feders Tagebuch


Das Leben benimmt sich, als würde auf meinem Rücken "Kick me" stehen.

Peter hat wieder Hilfe in der Kanzlei gebraucht und ich kann ihn natürlich nicht hängen lassen. Das ist ganz klar, und gar kein Problem. Aber dann laufe ich bei Gericht ausgerechnet Kurt Thesch über den Weg, Sieberts besten Freund! Muss denn das sein?

Also, es ist ja nicht so, dass ich Kurt nicht gut leiden könnte, im Gegenteil - es war so ein Spaß mit ihm zu quatschen, ganz als wäre die Zeit damals stehen geblieben. Aber wie weh das nachher getan hat....

Dienstag, 10. November 2009

Agnes Feders Tagebuch


Habe bei Paps wieder Eierkartons gefunden. Jetzt hat's mir gereicht und ich habe Mette direkt darauf angesprochen. Aber da kam nur ein Achselzucken - was habe ich auch geglaubt, was sie sagen wird? "Ja, klar, ich füttere deinen Vater mit jeder Menge Eidotter, damit seine Arterien zugehen wie dreckige Kanalröhren?"

Mann, ich bin richtig wütend geworden - glücklicherweise hatte ich die Wut, und nicht die Wut mich. Aus einem Impuls heraus habe ich sie berührt- und dann kamen wieder die Bilder....bin ins Schlafzimmer, wo Paps seine zwei Sparbücher hat, aber das eine, das für sein Begräbnis (ich hasse es) war weg.

Sie ist ein Parasit, wenn nicht schlimmer...und ich kann ihr nichts nachweisen.

Montag, 9. November 2009

Agnes Feders Tagebuch


Habe das einzig Richtige getan - bin in den Wald und habe mich ganz dieser Stille und Kraft hingegeben. Den Gerüchen, den Farben und dem Licht. Bin als neuer Mensch heimgekehrt. Es war mir in dem Moment ganz klar, dass mal ordentlich durchgelüftet werden muss, die Räume zu räuchern und reinigen sind und dannach ich selbst einer Reinigung bedarf - durch ein paar Qi Gongübungen - Bärenübung, Yin/Yanghände, den Bogen spannen, die Mähne des Pferdes teilen - und einer Sitzmeditation.

Was für ein Unterschied, wie leicht die Woche beginnt!

Donnerstag, 5. November 2009

Agnes Feders Tagebuch


Der November treibt die schönsten Nebelschwaden auf den Berg. Die Sonne wird zur süßen Erinnerung, alte Mythen werden lebendig.

Der schwarze Gott Semain herrscht nun über das Land. Der Sonnengott in Gestalt des Hirschen ist getötet, seine Gemahlin in die Unterwelt verschleppt. Sie ist jetzt Morrigan, die Totengöttin, die über die Seelen der verstorbenen Menschen und Tiere wacht, genauso wie über die verborgenen Samen und Sporen. Die Zeit des Rückzugs beginnt, die Vorräte sind in der Kammer, die Kräuter gesammelt - alles was noch draußen ist, gehört den Geistern.

Die Geister der Vergangenheit,- sie bringen das Misstrauen und den Zweifel, sie bringen Angst. Könnte ich mich mit ihnen versöhnen, wir wären beide erlöst. Erlöst. Lösen. Loslassen. Lassen.

Wie kann ich von Euch lassen?

Montag, 2. November 2009

Agnes Feders Tagebuch


Nach der Kontrolle im Spital - der Ellbogen ist schon viel besser, wenn ich ihn auch noch schonen muss - bin ich noch auf einen Sprung zu Paps gegangen. Überraschend.
Tante Mette stand in der Küche und kochte. Dachte mir nichts weiter und ging durch zu Paps. Wir plauderten einwenig und ich suchte erneut die Küche auf, um ihm etwas zu trinken zu holen. Tante Mette war freundlich - zu freundlich. Ich fragte, was es denn zu essen gäbe und sie zählte Suppe, Schinkenfleckerl und Pudding auf. Es stand eine zugedeckte Pfanne am Herd, ich wollte hineingucken, aber Mette hielt meine Hand fest und meinte: "Das muss zu bleiben." Da kam ein Bild vor mein inneres Auge - Mette, die Eierdotter in eine Pfanne gießt.

Sie ließ meine Hand sofort wieder los.

Auf der Kredenz sah ich einen leeren Eierkarton.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


The higher you climb, the deeper you fall. Ja, stimmt. Bin vom Scooter gefallen und hab mir den Ellbogen angeschlagen. War zuerst gar nicht schlimm, aber in der Nacht kamen höllische Schmerzen. Der Ellbogen ist dick wie ein Entenei geworden, rot, heiß! Da hilft alles nichts, musste ins Spital röntgen und verbinden. Der Schleimbeutel ist es, der die Schmerzen macht und vielleicht hat's ins Gelenk geblutet. Deshalb auch Antibiotika und was Entzündungshemmendes. Muss ich nehmen, sonst punktieren sie mir das Gelenk! Ahhhh! Hilfe!


Dabei hat alles mit einem perfekten Ausflug an die Donau begonnen, Sonne, kein Wind, gute Gespräche mit Johnny, ist ein großartiger Tag gewesen. Johnny ist ein ganz ein Netter - wirklich, an dem könnte ich gefallen finden. Aber dann, wenn wir uns näher kommen, dann sehe ich Siebert vor mir, erinnere mich daran, wie er gerochen hat, wie er sich angefühlt hat, ...

Sonntag, 25. Oktober 2009

Meister Bankei


"...Wenn ihr alles nur durch den Schleier der Selbst-Voreingenommenheit hört und seht, verwandelt sich euer eingeborener Buddha-Geist - eben der Buddha-Geist, den eure Eltern euch gaben, als ihr geboren wurdet - in eine Hölle.
Welch ein Jammer, dass ein jeder bereit ist, ihn aufgrund seiner Ichsucht in einen Streitenden Geist oder Hölle zu verwandeln!..."


aus: Meister Bankei, Die Zen-Lehre vom Ungeborenen, Otto Wilhelm Barth Verlag,108

Freitag, 23. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch



Meine Augen sind wieder heil - und das alleine mit Augentrost, in Form homöopathischer Augentropfen. Ich hatte mir zwar schon die antibiotischen Tropfen vom Arzt besorgt, weil's sich so schlimm angefühlt hat, habe sie aber nicht gebraucht.

Es ist ja nicht so, dass ich die herkömmliche Behandlung der Schulärzte grundsätzlich ablehne, -wenn es nicht anders geht, bin ich sehr froh, ein Antibiotikum nehmen zu können um gesund zu werden. Was ich kritisiere, ist die Ausschließlichkeit, mit der Pharmaprodukte als Therapie verordnet werden. Jetzt will die Krankenkasse ja sogar Physiotherapie einschränken. Bleibt alleine Pulver schlucken. Das ist Heilen im 21. Jahrhundert?

Nein, natürlich gibt es Alternativen, aber das kostet. Und das kann sich nicht jeder leisten, der das gerne möchte. Oft ist der andere Weg auch mit mehr Aufwand und Eigenverantwortung verbunden - auch ein Grund, dass ihn viele scheuen. Es ist angenehmer, die Verantwortung beim Arzt abzugeben, dem kann man dann die Schuld geben, wenn "Heilung" nicht funktioniert.

Wie diese nette ältere Frau in der Apotheke, der die engagierte Apothekerin alle zehn Medikamente erklären wollte, die sie einzunehmen hat. "Erzähl'ns mir das nicht, des versteh' ich sowieso nicht."
Nun, jeder Mensch steht genau dort, wo er steht. Wenn die Energie gnädig ist, dann kommt ein neuer Impuls an und das Leben verändert sich. Ist ja alles im Fließen, was ist zu tun???

Dienstag, 20. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch



Triefaugen! Wieso habe ich jetzt eine Bindehautentzündung? Habe ich wo hingeguckt, wo ich nicht sollte? Oder will ich ganz im Gegenteil, etwas nicht sehen, nicht hinschauen? Fehlt mir der Durchblick?
Vielleicht finde ich ja noch die Zeit, mir das Thema auszupendeln, aber nach der Arbeit geht es wieder ins Spital zu Paps - dazwischen besorge ich mir Augentrost aus der Apotheke. Ich ärgere mich ja wirklich, dass ich heuer keine Augentrosttinktur angesetzt, ja gar kein Augentrost gesammelt habe. Dabei hab' ich noch daran gedacht...kann man jetzt nichts mehr machen. Muss halt schauen, was die Apotheke hat. Jedenfalls will ich vor einer antibiotischen Behandlung der Natur die Chance geben, meinen Augen zu helfen.

Augentrost ist ja eine liebliche Pflanze, von altersher bekannt für seine antiseptische Wirkung und hat schon den alten Gelehrten des Mittelalters, die sich die Augen beim Lesen in verqualmten Studierzimmern verdorben haben, geholfen. Im Kaltansatz aufgebrühtes Kraut eignet sich als Kompresse, aber auch innerlich verdauungsfördernd, gegen Krämpfe, gut auch fürs Zahnfleisch.
Es gibt auch homöopathische Augentropfen (Euphrasia officinalis), die habe ich noch nicht ausprobiert. Vielleicht mache ich das diesesmal - ist eine gute Gelegenheit.
Foto aus: Homöopathie, Dr. Andrew Lockie& Dr. Nicola Geddes

Montag, 19. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Der Workshop am Wochenende war erhebend - das ist wohl das passende Wort, denn die Zeit mit dem Meister Xuefeng war leicht und geschmeidig, zentrierend und tiefgehend zugleich. Er hat uns viele Rituale seines buddhistischen Tempels gezeigt und erklärt, neue Qi Gong - Übungen praktizieren lassen und uns mit guten Gesprächen beschenkt. Mein Kopf ist wieder frei, mein Mittelpunkt gestärkt. Die Übungen des stillen Geistes haben das bewirkt - der Baum, dessen Äste immer wieder in die Ausgangsposition zurückgleiten-schnepfen-peitschen, je nach dem, welche Kraft von außen eingewirkt hat. Er selbst bleibt in Ruhe, tut nichts, was nicht von "alleine" geschieht. Eine tolle Erfahrung, alltagstauglich.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Genro Laoshi


Im Lichte der Erkenntnis wird alles klar.

Es leuchtet in der Dunkelheit des Nicht-Wissens, des Nicht-Denkens.
aus: Genro Laoshi, ZEN.sucht nach dem Wanderer, http://www.top-team-trainings.com/medien/ZENsucht.php

Samstag, 17. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Warum ist denn der Winter schon da? Es stürmt und schneit bei uns am Berg, das gibt's ja nicht. Finde immer wieder erfrorene Bienen - ach, war das fein, wie sie noch rumgeschwirrt sind.... Hier ist es viel kälter als in der Stadt. Würde am liebsten mit Moonboots rumlaufen. Schaut in Wien nicht so gut aus, zu Kostümchen und Bluse. Aber heute ist Jeans und Lederjacken-Tag.

Fahre noch ins Bauhaus, was einkaufen und dann zu Paps. Es geht bergauf mit ihm. Das Blut wird dünner, mit dem Sprechen tut er sich schon etwas leichter. Ich bin so froh, dass uns noch etwas Zeit geschenkt ist. Habe jetzt wieder bemerkt, wieviel ich ihn noch nicht gefragt habe, was ich ihm noch sagen möchte.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Sitze im Büro und starre die Fensterscheiben an. Bin nicht gerade produktiv. Mir fehlt sogar die Energie, was für Paps zu tun. Einfach nur müde. Werde mir einen richtig englischen Tee machen, einen Assam Typhoo, mit Milch und Zucker, der hilft immer. Ja, das mache ich, gleich, dann...

Vielleicht hilft mir das Intensivseminar mit Carla, am Wochenende. Werden meditieren, Qi Gong üben, vielleicht auch heilende Laute chanten - möchte mich auf meine Kräfte besinnen, bei mir sein, bei Sinnen.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Tante Mette hat sich ziemlich zurückgezogen. Ich bin jetzt erst dazu gekommen, sie auf ihren Besuch in Paps leerstehender Wohnung anzusprechen. Natürlich habe ich nichts vernünftiges aus ihr heraus bekommen - außer dass sie ihr Lesebrille geholt hat und Blumen gießen wollte.


Gut, dass ist jetzt nicht wahnsinnig ungewöhnlich und ich hätte nie daran gezweifelt, wenn sie bei meiner Frage nach den Eierkartons nicht so eigenartig reagiert hätte. Mette ist mit einem Schlag abweisend und unsicher geworden, hat mich angeschnauzt. "Was für Eierkartons? Du hast Sorgen - dein Vater liegt im Spital und du zählst Eierkartons!"


Unter anderen Umständen hätte ich ihr Recht gegeben, aber wie gesagt, ihr Tonfall, die Art wie sie gesprochen und geschaut hat - nein,das bilde ich mir nicht ein, Mette war voll in der Defensive.

Montag, 12. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Der behandelnde Arzt ist wegen Paps besorgt. Paps Blut ist eine dicke Brühe - die Blutfettwerte sind extrem erhöht. Das kann ich einfach nicht verstehen, er hat doch ein Medikament bekommen für den Cholesterinspiegel und wirklich nicht üppig gegessen. Gut, es hat immer wieder mal ein Durcheinander gegeben und Paps hat vielleicht nicht immer das richtige Pulver zur richtigen Zeit genommen - aber dass sein Blut so katastrophal ist, das kann doch nicht davon kommen!

Sonntag, 11. Oktober 2009

Bankei Eitaku


"Es wäre falsch, wenn ihr versucht, das Ungeborene zu werden, und damit dem Geist, den ihr schon habt, einen zweiten aufsetzt. Ihr seid ungeboren von Anbeginn.


Viele Menschen sprechen vom "Grundprinzip" des Ungeborenen, aber dergleichen gibt es im Ungeborenen nicht. Hätte das Ungeborene irgendein Prinzip, so wäre es nicht ungeboren.


Ihr braucht nicht erst ungeboren zu werden. Das wahre Ungeborene hat mit Grundprinzipien nichts zu schaffen und ist jenseits von Werden und Erlangen. Seid wie ihr seid - das ist es und sonst nichts."


aus: Die Zen-Lehre vom Ungeborenen, Bankei Eitaku, 135, Otto Wilhelm Barth Verlag

Freitag, 9. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Ende des Altweibersommers, der Himmel schüttet sich aus. Mir ist auch zum Weinen, aber meist schaffe ich es, für Paps eine frohe Miene aufzusetzen. In seiner Wohnung war soweit alles in Ordnung. Was allerdings seltsam war - im Abstellraum fand ich dutzende Eierkartons. Und heute holte ich noch ein paar Sachen für Paps, die ich dummerweise vergessen hatte, da waren die Eierkartons weg!

Außer mir hat nur Mette einen Schlüssel zur Wohnung, - warum kommt sie extra und schmeißt die Eierkartons weg? Das soll sie mir mal erklären.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Habe Paps eine Lavendelölcreme gemacht. Lavendelöl hilft Stress abbauen, das weiß man in der Aromatherapie schon lange, und davor wussten es die kräuterkundigen Frauen. Mittlerweile hat es sogar die Naturwissenschaft nachweisen können. Na bitte! Dann kann man endlich glauben, was andere schon immer erfahren haben. http://oe1neu.orf.at/programm/200910061101.html


Stress hat Paps jetzt. Seine linke Seite ist beeinträchtigt, beim Sprechen tut er sich schwer. Ich kann sehen, wie unglücklich er ist, er war doch immer sehr eitel. Ein Pflegefall zu sein, das ist für ihn undenkbar gewesen. Doch ich will positiv in die Zukunft schauen - er lebt, er hat relativ geringe Schäden davon getragen und wenn er mitmacht, dann kann er wieder fast der Alte werden.


Werde aus seiner Wohnung noch ein paar Sachen für ihn holen und nach dem Rechten sehen.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch

Bin von der Arbeit gleich ins Krankenhaus gefahren - Paps hatte einen Schlaganfall. Im Supermarkt ist er einfach umgekippt, man hat gleich die Rettung verständigt. Es geht ihm relativ gut, ein Glück, dass er so schnell medizinisch versorgt wurde. Bin lange bei ihm gesessen, hab seine Hand gehalten, Paps hat geschlafen. In die Arbeit konnte ich einfach nicht mehr zurück.
Trinke Tee auf der Veranda, genieße die Sonnenstrahlen, die Milde des Altweibersommers, als gäbe es das alles nur heute.
Es gibt nur heute.
Heute leben wir.

video

Sonntag, 4. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Hatte schreckliche Träume dieses Wochenende und kann sie nicht zuordnen. Das fühlt sich so schrecklich an! Zu wissen, man soll etwas tun, etwas lebenswichtiges tun, aber nicht wissen was - alles was ich weiß, ist, dass es mit Paps zusammenhängt.

Also habe ich mit ihm telefoniert, ob alles in Ordnung ist, habe mich hingesetzt und für ihn eine Fern-Reiki-Behandlung gemacht, bin am Sonntag zu ihm hineingefahren und wollte ihn zur Donau mitnehmen, aber er hat sich nicht wohl gefühlt. Mette war da und hat ihn bekocht und bemuttert als wäre er ein Säugling.
Bei aller Fürsorge geht es ihm aber nicht besser. Ich kann es nicht verstehen. Als wäre ich geblendet und kann nicht hinter die Dinge sehen.

Meister Eckehart


Lausche denn auf das Wunder!

Wie wunderbar: Da draußen stehen wie drinnen, begreifen und umgriffen werden,

schauen und zugleich das Geschaute selbst sein,

halten und gehalten werden – das ist das Ziel:

Wo der Geist in Ruhe verharrt, der lieben Ewigkeit vereint.

(aus: Deutsche Predigten und Traktate Von Meister Eckhart, Josef Quint, Hanserverlag)

Mittwoch, 30. September 2009

Agnes Feders Tagebuch

Die Begrüßung der Sonne - Surya Namaskar - eine Yogaübung, die ich jetzt schon wirklich lange übe, morgens nach dem Aufstehen. Wenn ich sie nicht mache, dann bemerke ich das tagsüber immer wieder. Es fehlt mir etwas.

Die Übung ist unvergleichlich!

Die Inneren Organe werden akkupressiert, Arme, Beine, Schultern und Rückrad gymnastiziert, geschmeidig. Das Surya Namaskar wirkt auf einzigartige Weise auf die Nervenzentren, was sich in einem Gefühl der Heiterkeit ausdrückt.

Und das alles erreicht man in fünf Minuten.

Am Schönsten ist es natürlich auf der Wiese mit Blick auf die Sonne zu üben, auch auf der Veranda ist es vergleichbar. Wenn es allerdings zu kalt wird, dann mache ich das Surya Namaskar natürlich im Zimmer, mit Blickrichtung Osten. Es ist fein, wenn an dieser Wandseite etwas schönes aufgestellt (Blumen, Bild, Skulptur, Kerze...) ist. Im allgemeinen genügen 7 Wiederholungen, ein Vielfaches ist für Fleißige möglich. Mir persönlich reichen 7x am Morgen zum Munterwerden.



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Dienstag, 29. September 2009

Agnes Feders Tagebuch


Paps hatte wieder so schreckliche Rückenschmerzen, dass ich am Abend noch zu ihm gefahren bin. Habe ihn eine dreiviertel Stunde mit Reiki behandelt. Er will ja keine Schmerzmittel mehr nehmen, weil er Angst um seine Nieren hat, seit das im Frühling mit dem Nierenversagen war. Dementsprechend ist seine Laune, - das verstehe ich, wenn man immerzu Schmerzen hat...

Jedenfalls hat er mich in der Früh glückselig angerufen - die Schmerzen sind weg, er ist voller Elan aufgestanden und konnte sich problemlos Waschen. Ich freue mich so sehr für ihn! Das ist wirklich wunderbar!

Für mein Schicksal, das mich zu Reiki geführt hat, bin ich zutiefst dankbar. Paps bekommt jetzt wieder regelmäßig Reiki, das haben wir ausgemacht und sogar Tante Mette zeigt einwenig Interesse dafür. Wunder über Wunder, nicht wahr?

Montag, 28. September 2009

Agnes Feders Tagebuch


Irene und ihre Kinder kamen gestern zu Besuch. Ein guter Anlass, meine alte Kinderschaukel wieder auf Vordermann zu bringen, sonst wäre den Kids ja fad geworden und wir "Alten" konnten uns in Ruhe unterhalten. Es war zwar sehr windig bei uns am Berg, doch in der Sonne war es dennoch herrlich warm. Dazu einen richtig g'scheiten englischen Tee, - der perfekte Nachmittag!

Samstag, 26. September 2009

Agnes Feders Tagebuch


Es ist wieder Herbst und die Veranda habe ich auch heuer nicht gestrichen. Alleine ist das eine Sisyphusarbeit. Johnny hat angeboten zu helfen. Das wäre ja nett - aber bezahlen kann ich ihn nicht, so viel Geld habe ich nicht. Mich schafft schon die Rechnung für das Material. Geschenkt kann ich die Hilfe nicht annehmen, erstens braucht er als Student Geld, zweitens würde ich mich ihm dann verpflichtet fühlen - und auch wenn er richtig süß ist, mein Siebert ist er nicht...

Donnerstag, 24. September 2009

Agnes Feders Tagebuch


Mein närrischer Apfelbaum blüht! Jetzt, im September! Wahrscheinlich hat der Hagel das neue Wachstum angeregt, vermute ich halt. Wenn wir einen milden Winter kriegen, dann kann ich Ostern ernten - na, Spaß beiseite. Hoffentlich nimmt ihm das nicht die Kraft für den Frühling. Soll ich die Blüten abschneiden?

Morgen wird Johnny zu mir kommen, da kann ich ihn fragen. Er möchte den Garten fotografieren und zeichnen. So einen verwilderten Garten finde man nicht oft.

Ist ja jetzt nicht direkt ein Kompliment, aber mir kommt vor, dass Johnny eher meine Nähe als die meines Garten sucht. Wie auch immer, das wird sicher ein netter Nachmittag. Zu Peter muss ich morgen nicht in die Kanzlei, zu Paps gehe ich heute, also bin ich ganz frei.

Montag, 21. September 2009

Agnes Feders Tagebuch


Gestern war so ein herrlicher Tag - sonnig, windstill, mild. Die fünfte Jahreszeit eben - Erde.

Und es war wieder mal Zeit, das Haus zu räuchern. Habe eine gute Reinigungsmischung im Mörser zerstoßen - schon dabei entfalten sich wunderbare Gerüche. Zedernholz hat einen warmen Duft, schützend und ausgleichend. Drachenblut finde ich faszinierend - ein alter, sagenumwobener Räucherstoff, bringt Stärke und Mut. Wogegen der Kampfer fast aggressiv riecht, aber eben für das Hervortreten und Bewusstheit steht.

Neun Stoffe kommen zusammen, transportieren eine stärkende, kraftvolle Räucherbotschaft. Es ist ein erhebendes Ereignis, mit der Räucherschale durch das Haus zu gehen, Gebete murmelnd und sich ganz auf seinen Geruchssinn einzulassen.

Sonntag, 20. September 2009

Genro Laoshi


Als ein Teil des Ganzen bist du nur ein mickriges Anhängsel, das sich um seinen Sinn sorgt! Jetzt kannst du alles sein und erkennen, dass du all-ein bist.
aus: Zen.sucht nach dem Wanderer, Genro Laoshi, http://www.top-team-trainings.com/medien/ZENsucht.php

Samstag, 19. September 2009

Agnes Feders Tagebuch


100 Meter Hecke geschnitten - ich bin erledigt! Dabei hatte ich Hilfe - Peter hat mir seinen Gärtner "ausgeborgt" - eigentlich ein Bodenkulturstudent, der sich was dazuverdient - gemeinsam haben wir alle Sträucher geschnitten, die Hecke und das Gras - der Komposthaufen ist zu einem beeindruckenden Berg angewachsen.

Ohne Johnny hätte ich das nicht geschafft. Der ist wirklich ein Netter - wir haben, außer wie die Berserker gearbeitet, gemeinsam gegessen und in der Nachmittagssonne Tee getrunken, Kekse gegessen und über Gärten philosophiert. War interessant, was er da für Ansichten hat. Wie er den Gartenbesitzer in Beziehung zu seinem Garten sieht. Bei mir meinte er, sieht man den Einfluss der Großmutter und Mutter sehr stark. Kein Wunder, ich habe kaum was verändert im Garten und bin beim Zurückschneiden immer hinten nach. Johnny meinte, wenn wir die Hecke halbieren, dann würde sich diese Öffnung zur Außenwelt auch in meinem Leben wiederspiegeln. Also, ich hab' das gut gefunden und wir haben die Hecke niedergerissen. Das fühlte sich gigantisch an! Konnte gar nicht genug kriegen vom Schneiden - bis mir meine Arme fast abgefallen sind.

Johnny ist ein wirklich interessanter Mann - zwar ein paar Jahre jünger - aber wirklich interessant.

Donnerstag, 17. September 2009

Agnes Feders Tagebuch


Ashley ist definitiv wasserscheu. Ist ja nichts überraschendes bei Katzen. Er ist den ganzen Tag im Haus geblieben und hat das Katzenklo voll gemacht, die Vorhänge zerfetzt und bei den Schuhen markiert. Wird Zeit für den Tierarzt als Kastrator ans Werk zu schreiten.

Wieso fällt mir da Norman ein? Testosteronüberschuss?
Der hat meine Telefonnummer wiedermal herausgefunden. Er weiß auch, dass ich hier am Berg wohne. Das fühlt sich nicht gut an. Ich hätte mir besser einen Hund zugelegt als eine Katze. Ashley ist ja nun wirklich kein Killerkater, eher der Erste der davonrennt.

Montag, 14. September 2009

Agnes Feders Tagebuch


Ich war schon gestern für Paps einkaufen, weil wir heute Carlas Geburtstag feiern werden. Es war gut so. Bei Paps waren die Medikamente wieder Kraut und Rüben - irgendwie kommen ihm die Briefchen durcheinander. Mette war glücklicherweise nicht da, so konnten wir beide in Ruhe reden. Jetzt weiß ich, dass Paps sich an Mette hält, um mich zu entlasten und ja, gegen die Einsamkeit. Der Gute. Er hat es nicht direkt gesagt, aber für mich hat es sich so angehört, als würde Paps Mette immer wieder Geld zukommen lassen. Ist auch gut. Dann ist er nicht in ihrer Schuld, Mette würde da bestimmt alle Register ziehen.

Nach sieben Uhr machte ich mich auf den Heimweg, ging zu meinem Wagen - und lief Norman in die Arme! Als hätte er auf mich gewartet - "Na, so ein Zufall!"- er war ganz begeistert und wollte auf einen Kaffee gehen. Hilfe! Irgendwie konnte ich dem entgehen, fürchte aber, dass das nicht das letzte "zufällige" Zusammentreffen war. Hat der Typ kein Gedächtnis? Weiß er nicht, was er mir angetan hat? Das ist doch nicht möglich!