Mittwoch, 29. April 2009

Agnes Feders Tagebuch


Paps hat tatsächlich eine Kur mit Mette genehmigt bekommen. Bin mir ziemlich sicher, dass die zwei ein Pärchen sind. Hoffentlich heiratet er sie nicht. Mein Gefühl sagt mir, dass genau das ihr Ziel ist. Wenn ich Mette ansehe, bekomme ich Angst - die hat was in den Augen, was unheimlich ist, - neben Neid und Missgunst, die sie auch nicht verbergen kann.
Habe zum Ausgleich in der Abendsonne "Das Qi im All kreisen lassen" unter dem Nussbaum geübt. Die Nussblüten fallen schon ab und bald werden die großen Blätter an den Ästen prangen. Den Baum hat Großmutter gepflanzt, er ist groß wie ein Haus, alt und mächtig. Stellte mir vor, wie er Wurzeln in den Boden zu senken und die Arme wie Äste in das All zu strecken. So konnte ich den ganzen Müll, der sich angesammelt hatte, absenken und neue Lebensenergie aufsaugen. In dieser Nacht haben mich keine Albträume geplagt, ich war frei von Gedanken und Erinnerungen.

Dienstag, 28. April 2009

Agnes Feders Tagebuch


Ich bin begeistert von der Gundlrebe! Trotz Fönsturm habe ich kein Kopfweh mehr. Habe sie als Tinktur angesetzt und getrocknet, um daraus ein Pulver zum Würzen zu machen. Beim Wolf-Dieter Storl (Heilkräuter u. Zauberpflanzen) habe ich viel Gutes über die Pflanze gelesen. Zum Beispiel dass der Gundermann bei den Kelten eine heilige Pflanze war, die hellsichtig macht, aber auch von Hildegard von Bingen hochgeschätzt wurde. Man sagt ihr schleimlösende Wirkung nach, entzündungshemmend bei Zahnschmerzen, und besonders bei schlecht heilenden Wunden (Gund = Eiter). Was mich aber ganz besonders freute zu lesen, war die Wirkung auf Kopfschmerzen - tatsächlich. Die Pflanze hat zu mir gesprochen - es ist wie ein Wunder, Demut erfüllt mich, Freude und Dankbarkeit.

Samstag, 25. April 2009

Agnes Feders Tagebuch


Es war heute ein stürmischer Tag am Berg. Trotzdem die Sonne so heiß schien, ging einem der Wind durch und durch. Für mich das perfekte Kopfweh-Wetter; wie draußen, so drinnen. Bin über meine liebe Wiese gegangen und bemerkte zum ersten Mal, dass sie über und über mit Gundlrebe (Gundermann) bewachsen ist. Selbst mein dicker Buddha ist von der Gundlrebe beinahe überwuchert! Ohne zu denken pflückte ich ein Pflänzchen ab, betrachtete die zarten Blüten, den doch kräftigen, vierkantigen Stängel, die anmutigen Blättchen. Es war ein inniger Moment, wie soll ich es sonst beschreiben und als hätte sie zu mir gesprochen, drückte ich die Pflanze gegen meine geplagte Stirn. Eine Last schien abzufallen, ich spürte eine deutliche Erleichterung. So blieb ich einige Zeit, bis ich beschloss, ein Kränzchen zu winden, so wie das die Kinder tun. Dieses Gundlrebenkränzchen trug ich den ganzen Nachmittag und jetzt ist von der Migräne keine Spur mehr.

Ja, sie ist meine liebe Wiese, weil sie für mich bereithält was ich brauche; ein Teil von mir, oder ich von ihr.

Freitag, 24. April 2009

Agnes Feders Tagebuch


Peter hat gestern ins Lusthaus eingeladen - er und seine Frau bekommen ein Baby! Die ganze Kanzlei hat sich mit ihm gefreut und Peter spendierte im Überschwang Champagner.
Er hat mich gefragt, ob ich nicht die Rechtsanwaltskarriere einschlagen will, mit dem Hintergedanken, dass ich ihn nach der Niederkunft entlasten könnte. Was ich gerne tun würde, jedoch dieser Job mir wenig zusagt. Die Streiterein bei Gericht, mit den Klienten, bis Mitternacht in der Kanzlei sitzen - das ist auf Dauer nichts für mich. Eigentlich sehe ich mich garnicht als Juristin, schon gar nicht als Rechtsanwältin. Jedenfalls saß ich da, blickte die Kastanienallee entlang und merkte, wie weit weg ich von all dem bin - nicht abgehoben, im Gegenteil, mir selbst näher denn je, imunisiert gegen Prestige und Reichtum. Aber stimmt das auch? Mein kleines Haus möchte ich natürlich erhalten können, Autofahren ist auch nicht gratis - Also werde ich einen Kompromis eingehen müssen und tun, was zu tun ist. Wie alle anderen auch.

Mittwoch, 22. April 2009

Agnes Feders Tagebuch


War gestern bei Paps, Tante Mette war auch da - wie immer, kann ich schon sagen. Will sie bei Paps einziehen? Die beiden wollen gemeinsam eine Kur machen. Ich glaub's nicht! Früher hat Mette Paps total genervt und jetzt...ich habe mir immer für ihn gewünscht, dass er jemanden findet, aber Mette...warum gerade METTE??? Ich habe gestern in Qi Gong lange gebraucht, um dieses Bild von den beiden aus dem Kopf zu kriegen. Vielleicht sollte ich mir mal anschauen, was mich bei dieser Geschichte so fertig macht. Später, jetzt muss ich zu Peter in die Kanzlei, der hat gerade massig viel zu tun und meinen Finanzen ist auch geholfen.

Sonntag, 19. April 2009

Tao Te King


Die Welt hat einen Anfang, das ist die Mutter der Welt.

Wer die Mutter findet, um ihre Söhne zu kennen,

wer ihre Söhne kennt und sich wieder zur Mutter wendet,

der kommt sein Leben lang nicht in Gefahr.

Donnerstag, 16. April 2009

Agnes Feders Tagebuch


Dachte gestern, mich trifft der Schlag - fahre mit dem Einkaufswagen durch die Gänge des Supermarkts, ganz auf die Einkaufsliste und die Waren im Regal konzentriert - die schon wieder umgeräumt worden sind, damit wir länger zum Einkaufen brauchen - da steht plötzlich Norman vor mir! Er grüßt mich barsch, ich - hochrot im Gesicht - stammle irgend etwas ähnliches. Er fragt mich, ob ich noch hier in der Gegend wohne und ich sage nur, dass hier mein Elternhaus ist und warum er gerade bei diesem Supermarkt einkauft. Er hält ein Sackerl mit Leberkässemmeln hoch und meint, er hatte Hunger und seine neue Freundin wohnt in der Nähe. "Gott sei dank hat er eine Freundin" denke ich noch, da macht er schon eine anzügliche Bemerkung und versucht mich anzubaggern. Ich sage "Denk' an deine Freundin. Mach's gut, ich muss weiter." und er sagt: "Dann sehen wir uns jetzt vielleicht öfter." und mir dreht sich der Magen um. Alle Geschichten sind wieder hochgekommen, der ganze Schmerz, die Angst und Verzweiflung. Siebert...

Mittwoch, 15. April 2009

Agnes Feders Tagebuch


Immer noch keine Rückmeldungen auf meine Bewerbungsgespräche! Bin ich wirklich so ungeduldig? Bin ja sehr froh, dass ich bei Peter jobben kann, aber das ist doch nichts für länger.

Heute muss ich erst Mittags nach Wien hineinfahren, werde für Peter ein paar Dinge erledigen und dann für Paps einkaufen gehen - ich darf wieder.

Bis dahin nütze ich das Traumwetter zum Qi Gong Üben auf der Wiese - werde den "Tiger ins Tal brüllen" lassen, das nimmt den Druck von Leber und Galle - nach der 5Elementelehre sind dort Wut und Zorn beheimatet. Da passen auch unsere Sprichwörter gut dazu: "Mir ist eine Laus über die Leber gelaufen" oder "Da geht mir doch die Galle über" - die Weisheit ist universal!

Dienstag, 14. April 2009

Agnes Feders Tagebuch


Habe einen wunderschönen Nachmittag mit meiner Freundin Irene und ihren beiden Kindern im Zoo verbracht. Die Kleinen sind wie Quecksilber zwischen Pandabären, Pinguinen, Elefanten, Eisbären und Raubkatzen hin und her geflitzt. Die Tiger waren beeindruckend! Die Jüngeren haben miteinander gespielt, die Großen haben sie bewacht. Ich war heilfroh, dass da eine dicke Glasscheibe zwischen uns war. Ein mächtiges Tier!

Freitag, 10. April 2009

Agnes Feders Tagebuch


Das Osterfest fällt nicht zufällig in die Frühlingszeit, denn schon die Heiden, dh. vorchristlich keltische Kulturen haben zu diesem Zeitpunkt den Sieg des Lebens über den Tod, des Sonnengottes über den Winterherrscher, das Wiedererstehen der Göttin gefeiert. Und wie schon der Dalai Lama so wunderbar formuliert hat (und was ich so von noch keinem anderen Kirchenherren gehört habe), das was wir alle suchen, - Erleuchtung , Befreiung, Erlösung oder wie man es nennen will, kann jeder in seiner Kutur bzw. Religion finden. Das hat mich sehr berührt. Und ich denke, er hat recht, denn die Essenz ist da, oft überlagert, aber doch zu finden. Ich wünsche uns allen viel Freude an der Wiedergeburt des Jahres, der Fruchtbarkeit der Natur, an den wunderschönen Blumen und Kräutern, die uns wieder umgeben,- der Geist bewegt sich - die Göttin zeigt sich!

Mittwoch, 8. April 2009

Agnes Feders Tagebuch


In der Karwoche fällt die Qi Gong Übungsgruppe aus - gerade jetzt wäre es gut gewesen. Paps konnte ich nicht erreichen - schon das zweite Mal, dass unser Tag ausfällt. Wahrscheinlich hat ihn Tante Mette wieder verschleppt - hoffentlich nicht zu einem weiteren Arzt, Paps nimmt schon genug Tabletten. Nun, ich werde es erfahren; irgendwann. Das gefällt mir garnicht und ich kann nicht glauben, dass das nur Eifersucht ist. Aber was soll ich tun? Ich weiß es nicht. Werde das warme Wetter nutzen und auf der Wiese Qi Gong üben - der Kranich wäre perfekt. Symbol der Unsterblichkeit.

Montag, 6. April 2009

Agnes Feders Tagebuch


Heute wieder bei einer Exekution dabei gewesen. Das ist echt deprimierend! Die Exekutoren haben einen ganz schön belastenden Job. Bin froh, nur hin und wieder mitgehen zu müssen. Glücklicherweise ist es die einzige für diese Woche gewesen, ansonsten warten nur erste Tagsatzungen bei Gericht und Literatursuche auf mich. Schön langsam könnten Rückmeldungen auf die Bewerbunggespräche eintrudeln. Eine Zukunftsperspektive wäre sehr willkommen.

Werde den wunderschönen Tag nützen und nach getaner Arbeit in den Wald gehen. Das bringt mir wieder die positive Stimmung zurück.

Sonntag, 5. April 2009

Dschuang Tsi


"...Was keine Form hat, lässt sich nicht zahlenmäßig teilen; was unfassbar ist, lässt sich nicht zahlenmäßig erschöpfen. Worüber man daher reden kann, das ist das grobe Ding; worüber man sich besinnen kann, das ist das feine Ding.
Was sich dagegen allen Worten und Vorstellungen durchaus entzieht, das ist das Feine und das Grobe schlechthin. ..."

Samstag, 4. April 2009

Agnes Feders Tagebuch


Was für ein Tag! Endlich wieder im Garten arbeiten; in den Wald gehen, Bärlauch pflücken; auf der Veranda Tee trinken. Herrlich! Ich mache das nicht mal alleine, weil ein paar Freundinnen vorbei kommen, auch Theres. Zuerst noch schnell einen Kürbiskernguglhupf gebacken und dann ab in den Garten. Nein, stopp - zuerst gehe ich in den Garten und gebe mir ausgiebig die 5Elemente - Übung. Heute brauche ich einfach Himmel&Erde verbinden, das Qi im All kreisen lassen, will der Bär sein, der am Feuer spielt und das Wasser über sich ausgießt, möchte das Gold schöpfen, das überall um mich herum ist.

Donnerstag, 2. April 2009

Agnes Feders Tagebuch


Die Vogelmiere wuchert - sie überdauert Kälte, Schnee, Eis, schützt mit ihrem Blätterteppich die Beete vor Erosion. So klein und zart sie auch ist, viel Kraft schlummert in ihren Blättchen! Reich an Vitamin C, Karotin, Phosphor, Magnesium, Kupfer und Kalium, Kieselsäure und Mineralsalze soll sie in meinem Salat nicht fehlen, - oder Bärlauch und Vogelmiere gemeinsam zu einem Aufstrich verarbeitet, ein Energiestoß in den Frühling.


Im Mittelalter wusste man um die positive Wirkung der Vogelmiere auf Hauterkrankungen (Psoriasis, Ekzeme, Ausschläge)und machte Vogelmierenpackungen um eine "heiße Leber" zu kühlen. Sie wirkt auch reinigend, dank der Saponine in ihr. Auch eine magische Wirkung wurde ihr zugeschrieben, nämlich bei Besessenen den Teufel auszutreiben - auch nicht schlecht. Ich bevorzuge es allerdings, das Qi nicht zu personifizieren. Der "Teufel" ist ein Bild für negative Energien, die wir ablehnen, bekämpfen und in uns verdrängen. Dieses Bild ist seinerzeit von der Kirche anstelle der Mutter Erde, der Frau Holle installiert und dämonisiert worden.


Wie kann eine so zarte Pflanze dagegen antreten? Sie wird dem Mond zugeschrieben, dem Yin, wirkt kühlend, reinigend - so kann sie die Hitze, das aufbrausend-verzehrende Yang neutralisieren. Wer wagt da noch, das Zarte, das Weiche geringzuschätzen?

Mittwoch, 1. April 2009

Agnes Feders Tagebuch


War auch gestern wieder für die Kanzlei tätig, allerdings zu christlicher Stunde und gemächlich am Schreibtisch. Habe für Peter die Rechtsgrundlagen für einen Fall aufbereitet. Am Nachmittag habe ich dann endlich wieder mal Paps alleine sprechen können - aber auch nur, weil Tante Mette mit Fieber im Bett liegen muss. In ihrem eigenen, glücklicherweise. Also, genaueres weiß ich ja nicht, aber ich habe die zwei schon in Verdacht....jedenfalls hat sie in der Zeit, in der wir Tee tranken, drei Mal angerufen. Paps wollte über Mette nicht reden und wich meinen Fragen geflissentlich aus. Er kam mir einwenig reserviert vor. Indirekt kritisierte er mich dafür, dass ich seinerzeit gekündigt habe. Das hat er noch nie getan. Ob SIE Stimmung gegen mich macht?