Donnerstag, 28. Mai 2009

Agnes Feders Tagebuch


Sieht aus, als ob jetzt vor Pfingsten alles in Ordnung kommt. Paps darf morgen aus dem Krankenhaus, Peter freut sich, dass ich weiter bei ihm in der Kanzlei aushelfe, meine Erkältung klingt dank Eibisch-Süßholztee langsam ab und am Samstag beginnt das Qi Gong - Zenmeditationsseminar in Reichenau an der Rax mit Carla. Paps hat mir das Geld dafür zum Geburtstag geschenkt. Ist zwar noch ein paar Wochen bis dahin, aber ich hab mich so gefreut! Sonst hätte ich die Ausbildung nicht weitermachen können. Bestimmt hätte Carla mir die Kosten gestundet, aber das will ich nicht. Wenn's nicht geht, geht's nicht - aber jetzt geht's ja!

Tante Mette macht immer wieder mal abschätzige Bemerkungen, weil ich arbeitslos bin und Paps fühlt sich bemüßigt, mich in Schutz zu nehmen - weil ich ja bei Peter jobbe. Da kommen so Meldungen wie: "Ein Haus und Grund haben, aber nix arbeiten gehen..." - da möchte ich sie anschreien! Würde ich auch, wenn Paps nicht krank wäre.

Montag, 25. Mai 2009

Agnes Feders Tagebuch


Ich bin enttäuscht - den Job in der Privatklinik hat mein Mitbewerber bekommen. Wieder nichts. Auch wenn ich vorher gemeint habe, es soll so kommen, wie es gut ist für mich - das habe ich eigentlich nicht gemeint. Darf anscheinend wieder was lernen - das Schicksal anzunehmen. Immerhin - ich bin an Leben, gesund und noch nicht bankrott. Das ist doch schon was!

Was zusätzlich lähmt, ist Paps Krankheit. Im Spital lassen sie nicht ab von ihm und er bleibt noch diese Woche drin. Mette ist immer da wenn ich komme und lässt uns gnädig für zehn Minuten alleine. Die beiden sind jetzt noch mehr zusammengewachsen und ich rechne damit, dass sie ein richtiges Pärchen werden. Langsam akzeptiere ich Paps Entscheidung. Immerhin ist er alt genug und wenn er seinen Lebensabend nicht alleine verbringen mag, ist das doch nur zu verständlich....aber Mette....Achtung, Rückfall!

Sonntag, 24. Mai 2009

Tao Te King


Erst seit auf Erden ein jeder weiß von der Schönheit des Schönen,

gibt es die Hässlichkeit.

Erst seit ein jeder weiß von der Güte des Guten,

gibt es das Ungute.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Agnes Feders Tagebuch


Heute ist Simply Red Konzert - Abschiedskonzert! Kann es nicht glauben, dass das wahr ist. Die waren und sind meine Lieblingsband - aber Mick Hucknall alleine ist auch gut.
Gehe mit meiner Freundin, mit der ich schon am ersten Simply Red Konzert war. Es wird sicher super werden - wie immer!

Mittwoch, 20. Mai 2009

Agnes Feders Tagebuch


Paps darf immer noch nicht aus dem Spital - die Medikamente haben sich auf seine Nieren geschlagen. Sein Kranksein macht mich so traurig - meine ganzen Verlustängste steigen auf und halten mich im Bann. ich habe mir zwei gute Bachblüten ausgependelt, die mir helfen, die Situation zu überblicken und mitzukriegen, was abläuft. Jetzt schaffe ich es auch wieder, für ihn Reiki zu machen - und für mich auch gleich; so bleibe ich stark für die Situation und kann was lernen.

Dienstag, 19. Mai 2009

Agnes Feders Tagebuch


Wie unbeschreiblich schön ist es unter blauem Himmel, inmitten einer blühenden Wiese Qi Gong zu üben! Die Gänseblümchen strahlen mit einer Intensität, die alle Rosen in den Schatten stellt. Viele Dichter haben diese anmutige Blume verehrt und in der nordischen Mythologie gleich den römischen Sagen wurde ihre Göttlichkeit erkannt. Ob sie als Baldurs Augenbraue oder als die schöne Nymphe Belides beschrieben wird, es steckt etwas ganz besonderes in ihr. Sie ist die Blume der Frau Holle, der Seelenhüterin. Vielleicht wollte man sie deshalb per Verordnung im 18.Jahrhundert ausrotten? Man hatte ihr damals eine abtreibende Wirkung angedichtet - was nicht stimmt. Als Tee wirkt sie blutreinigend und schleimlösend, aber auch leicht schmerzlösend.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Agnes Feders Tagebuch


Habe gestern Abend mit Freunden eine Stunde Qi Gong geübt - war das gut! "Das Qi aus dem Ozean schöpfen" war zu Beethoven Violinkonzert so erfüllend, ich kann es kaum beschreiben. Das Schöpfen aus der Fülle, das Verteilen an alle fühlenden Wesen in dem Bewußtsein, dass es keinen Mangel gibt, sondern wir in der Lebensenergie schwimmen - das ist wohl das Besondere an dieser Übung. Da verwandelt sich das kalt-nasse Wetter in wärmenden Sonnenschein!

Mittwoch, 13. Mai 2009

Agnes Feders Tagebuch


War heute wieder im Spital bei Paps, Gott sei Dank geht es ihm wieder besser. Mette hockt natürlich die ganze Zeit bei ihm. - Warum bin ich denn schon wieder so grauslich zu ihr? Paps ist sichtlich froh, jemanden um sich zu haben - obwohl sie ihn schon auch nervt, so ist es ja auch nicht, dass da die große Liebe ausgebrochen wäre. Vielleicht einfach eine Maßnahme gegen Einsamkeit? Ich will Frieden geben und nicht mehr so bissig sein. Aber wachsam, denn trauen tu ich ihr nicht...mir kommt vor, sie spielt ein Spiel mit Paps und mir, sie versucht uns wie Plastilinmännchen zurechtzuformen, damit am Ende alles nach ihrer Fasson läuft.

Montag, 11. Mai 2009

Agnes Feders Tagebuch


Jetzt hab' ich mich so gefreut, dass ich gute Chancen auf den Posten in der Privatklinik habe, und schon kommt der nächste Dämpfer - Paps ist ins Spital gebracht worden. Befunde sind noch nicht fertig und er sieht schon wieder recht rosig aus, aber habe doch ganz deutlich zu spüren gekriegt, dass Paps die 70ig überschritten hat und nicht mehr ewig bei mir sein wird. Das tut so weh - eine Welt ohne ihn ist so unreal, er war doch immer da! Wie kann er das nicht mehr sein?
Werde in den Wald gehen und mir den Kopf freilaufen. Vielleicht erbarmt sich der Waldgeist meiner und rückt mir den Kopf zurecht.

Freitag, 8. Mai 2009

Agnes Feders Tagebuch


OK - heute ist der große Tag beim Big-Boss....war etwas nervös....hoffendlich geht alles gut. Habe zum Streßabbau meditiert, bin lange gesessen und dann noch Reiki gemacht, und jetzt fühle ich mich gut vorbereitet. Fahre dann los - alle guten Geister mögen mit mir sein!

Donnerstag, 7. Mai 2009

Agnes Feders Tagebuch


Der Löwenzahn blüht herrlich auf der Wiese! Höchste Zeit für den Löwenzahnsirup, der wie Honig schmeckt und nicht minder gut tut. Der Löwenzahn entgiftet, reinigt die Haut, regt die Nieren an ohne Kaliumverlust zu verursachen - und das wusste man natürlich schon im Mittelalter, in der TCM und der ayurvedischen Medizin. Maria Treben empfiehlt Löwenzahnstängel zu kauen. Ich mag den Sirup als Brotaufstrich oder Saft.

Montag, 4. Mai 2009

Agnes Feders Tagebuch


Wow! Ich bin in der zweiten Runde! Die Privatklinik, bei der ich mich vorstellen war, hat mich nochmals eingeladen - anscheinend werde ich dem "Oberboss" vorgestellt. Ich habe echt gute Chancen! Ja! Das schaffe ich - kommt sicher gut an, dass ich zwischenzeitig in einer Anwaltskanzlei gearbeitet habe - muss Peter nochmals danken. Hoffentlich ist er nicht enttäuscht, dass ich wieder gehe, aber ich habe ihm da nie was vorgemacht, ich bin kein Anwalt, werde es auch nie werden. Mache heute freudig meine Stunden in der Kanzlei, gehe Paps besuchen, für ihn einkaufen und dann zu Qi Gong und Zazen mit Carla.