Freitag, 31. Juli 2009

Agnes Feders Tagebuch


Der Holler ist schon reif - aber leider hat es bei uns am Berg so gehagelt, dass alles - Nüsse, Holler, Beeren ect. - hin sind. Jetzt muss ich mich anderswo umschauen, um noch zu einer Hollermarmelade zu kommen. Ist ja das Beste bei Fieber, auch für die Nieren hat meine Großmutter Holler gegeben.
Tante Mette ist noch auf Kur und Paps ist wie ausgewechselt. Im Besten Sinne - er wirkt kräftiger, fröhlicher und wir waren sogar gemeinsam spazieren. Ich habe vorsichtig darauf hingewiesen, aber er scheint diese Verbesserung seines Allgemeinzustandes nicht mit Mettes Abwesenheit in Verbindung zu bringen. Oder will nicht. Ja, das glaube ich eher. Die Reiki-Behandlungen haben seine Rückenbeschwerden gebessert und er will weitermachen. Sogar Bachblüten durfte ich ihm auspendeln. Er hat mich zwar ein bisschen ausgelacht, wie ich mit meinem Pendel angekommen bin, aber dann fand er das ganze sehr interessant, auch die Blüten und wofür sie stehen. Vielleicht helfen die Blüten, dass ihm ein Licht aufgeht...

Dienstag, 28. Juli 2009

Agnes Feders Tagebuch


Hatte überraschender Weise doch noch einen schönen Sonntag - einer meiner neuen Arbeitskollegen hat mich zu einer kleinen Radtour auf der Donauinsel eingeladen. Claudius. War echt nett, haben noch was getrunken und gegessen und das angenehme Wetter genossen. Anscheinend quatscht Claudius gerne mit mir - hat sein Herz ausgeschüttet über seine letzte Beziehung. Na, wenigstens will er nichts von mir, ist nicht mein Typ.

Sonntag, 26. Juli 2009

Tao Te King


Wer das Lernen übt, vermehrt täglich.

Wer den SINN übt, vermindert täglich.

Er vermindert und vermindert, bis er schließlich ankommt beim Nichtsmachen.

Beim Nichtsmachen bleibt nichts ungemacht.

Das Reich erlangen kann man nur, wenn man immer frei bleibt von Geschäftigkeit.

Die Vielbeschäftigten sind nicht geschickt, das Reich zu erlangen.
aus: Laotse, Tao Te King, Diederichs gelbe Reihe, 48

Samstag, 25. Juli 2009

Agnes Feders Tagebuch


Fühle mich heute schrecklich einsam. Kein Telefon, kein Besuch, niemand, an den ich denken kann - Siebert ist in meinen Gedanken, unsere schöne Zeit, unser Abend am Meer, seine Umarmung...aber was hilft's an ihn zu denken? Macht mich bloß noch trauriger und einsamer.
Es ist so still.
Ist denn da niemand, da draußen in der Welt? Bin ich wirklich ganz alleine?

Donnerstag, 23. Juli 2009

Agnes Feders Tagebuch


Mein neuer Job ist ganz in Ordnung. Mein Chef lässt mich in Ruhe arbeiten, allerdings hat er es nicht gerne, wenn ich ihn etwas frage - also muss ich das Meiste alleine herausfinden, Kollegen fragen, in den erledigten Akten suchen.

Abends gehe ich jetzt immer zu Paps. Mette ist alleine auf Kur gefahren und - ich will ja nicht unken - aber es geht ihm Tag für Tag besser. In seinen Medikamenten herrscht Ordnung, er isst und trinkt regelmäßig und wird kräftiger. Der Brechdurchfall ist weg, und ich habe ihm ein sehr gutes Präparat für den Aufbau der Darmflora besorgt, damit er aus der Mitte heraus wieder zu Kräften kommt. Er nimmt auch meine Reikibehandlungen gerne an, was mich sehr freut, weil es uns mehr verbindet. Über Mette haben wir noch nicht gesprochen. Das kommt vielleicht noch.

Sonntag, 12. Juli 2009

Rainer Maria Rilke


Erde, ist es nicht dies was du willst:

unsichtbar in uns erstehn? - Ist es dein Traum nicht,

einmal unsichtbar zu sein? - Erde! unsichtbar!

Was, wenn Verwandlung nicht, ist dein drängender Auftrag?


aus: Rainer Maria Rilke, Duineser Elegien,Bibliothek Surkamp

Freitag, 10. Juli 2009

Agnes Feders Tagebuch


Paps geht es schlecht - er hat einen Brechvirus erwischt und ist schon ganz schwach. Was ist denn bloß los bei ihn? Er war doch sonst nie krank? Nachts hatte ich einen schrecklichen Traum und ich habe das Gefühl, etwas unternehmen zu müssen - aber was? Ach, es ist schrecklich!
Könnte ich bitte auch träumen, wie ich ihm helfen kann?

Mittwoch, 8. Juli 2009

Agnes Feders Tagebuch


Fahre heute nach der Arbeit zu Paps und bringe ihm Ribiselgelee, das hat er so gerne. Überhaupt, wenn es ganz frisch gemacht ist.
War ja eine große Ernte, Johannisbeeren und Ribiseln sind heuer groß und früh reif gewesen. Es hat Stunden gedauert, bis die Beeren geerntet und gerebelt waren. Die Marmelade schmeckt dafür unvergleichlich gut!

Dienstag, 7. Juli 2009

Agnes Feders Tagebuch




Endlich gibt es wieder frische Ringelblumensalbe - hatte meinen ganzen Vorrat schon aufgebraucht. Paps hat auch von der Salbe einiges benötigt, weil ihm die Haut auf den Händen über Monate abgegangen ist. Der Arzt hat mit den Schultern gezuckt und nichts weiter getan. Die Ringelblumensalbe hat sehr gut geholfen. Paps Haut ist wieder ganz glatt und fein. Sollte man wissen, wie gut die Ringelblume zur Haut ist, wenn sie abgeschürft ist, schlecht heilt. Sie war einst, und ist es immer noch bei den Wissenden, eine hochgeschätzte Heil- und Schutzpflanze.
Diesmal habe ich sie auf Olivenölbasis gemacht, mit Sheabutter und Bienenwachs. Sehr gute Konsistenz geworden. Die Ringelblumen habe ich rechtzeitig vor dem Vollmond gepflückt, um die Mittagszeit - volle Energieladung!

Freitag, 3. Juli 2009

Agnes Feders Tagebuch


Wochenende - herrlich! Freue mich auf die Gartenarbeit, Qi Gong Üben auf der Wiese, Ribiselgelee machen, in den Wald gehen, Stille, keine Stadtgeräusche mehr...

Beim Einkaufen ist mir wieder Norman über den Weg gelaufen, diesmal hat er mich nicht gesehen und ich hielt mich hinter dem Toastregal versteckt, bis er weg war - bin so erschrocken, dass ich mich sowieso nicht bewegen konnte. Muss denn seine Freundin gerade bei Paps in der Nähe wohnen? Ich wollte doch bloß vergessen, was er Siebert und mir angetan hat....kaum sehe ich ihn, scheint es, als wäre keine Zeit vergangen, seit jenem Unfall.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Agnes Feders Tagebuch


Mann, ich bin heute nass geworden, bis auf die Knochen! Das ganze feine Gewand - jetzt nur mehr ein Aufreibfetzen. Schuhe - hab ich ausgezogen und bin barfuß gelaufen. Paps war meine Rettung, habe bei ihm den Regen abgewartet.
Er hat sich über meinen Besuch gefreut, denn Mette war nicht da. Wir konnten plaudern, ich habe ihm von meinem neuem Büro und den Leuten dort erzählt und er mir, wie es ihm so geht. Ich finde, er sieht nicht gut aus. Mache mir immer noch Sorgen. In den Medikamentenschachteln ist schon wieder eine Durcheinander gewesen. Mette scheint mir auch schon etwas verwirrt, sie wollte doch nach dem Rechten sehen!