Mittwoch, 28. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


The higher you climb, the deeper you fall. Ja, stimmt. Bin vom Scooter gefallen und hab mir den Ellbogen angeschlagen. War zuerst gar nicht schlimm, aber in der Nacht kamen höllische Schmerzen. Der Ellbogen ist dick wie ein Entenei geworden, rot, heiß! Da hilft alles nichts, musste ins Spital röntgen und verbinden. Der Schleimbeutel ist es, der die Schmerzen macht und vielleicht hat's ins Gelenk geblutet. Deshalb auch Antibiotika und was Entzündungshemmendes. Muss ich nehmen, sonst punktieren sie mir das Gelenk! Ahhhh! Hilfe!


Dabei hat alles mit einem perfekten Ausflug an die Donau begonnen, Sonne, kein Wind, gute Gespräche mit Johnny, ist ein großartiger Tag gewesen. Johnny ist ein ganz ein Netter - wirklich, an dem könnte ich gefallen finden. Aber dann, wenn wir uns näher kommen, dann sehe ich Siebert vor mir, erinnere mich daran, wie er gerochen hat, wie er sich angefühlt hat, ...

Sonntag, 25. Oktober 2009

Meister Bankei


"...Wenn ihr alles nur durch den Schleier der Selbst-Voreingenommenheit hört und seht, verwandelt sich euer eingeborener Buddha-Geist - eben der Buddha-Geist, den eure Eltern euch gaben, als ihr geboren wurdet - in eine Hölle.
Welch ein Jammer, dass ein jeder bereit ist, ihn aufgrund seiner Ichsucht in einen Streitenden Geist oder Hölle zu verwandeln!..."


aus: Meister Bankei, Die Zen-Lehre vom Ungeborenen, Otto Wilhelm Barth Verlag,108

Freitag, 23. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch



Meine Augen sind wieder heil - und das alleine mit Augentrost, in Form homöopathischer Augentropfen. Ich hatte mir zwar schon die antibiotischen Tropfen vom Arzt besorgt, weil's sich so schlimm angefühlt hat, habe sie aber nicht gebraucht.

Es ist ja nicht so, dass ich die herkömmliche Behandlung der Schulärzte grundsätzlich ablehne, -wenn es nicht anders geht, bin ich sehr froh, ein Antibiotikum nehmen zu können um gesund zu werden. Was ich kritisiere, ist die Ausschließlichkeit, mit der Pharmaprodukte als Therapie verordnet werden. Jetzt will die Krankenkasse ja sogar Physiotherapie einschränken. Bleibt alleine Pulver schlucken. Das ist Heilen im 21. Jahrhundert?

Nein, natürlich gibt es Alternativen, aber das kostet. Und das kann sich nicht jeder leisten, der das gerne möchte. Oft ist der andere Weg auch mit mehr Aufwand und Eigenverantwortung verbunden - auch ein Grund, dass ihn viele scheuen. Es ist angenehmer, die Verantwortung beim Arzt abzugeben, dem kann man dann die Schuld geben, wenn "Heilung" nicht funktioniert.

Wie diese nette ältere Frau in der Apotheke, der die engagierte Apothekerin alle zehn Medikamente erklären wollte, die sie einzunehmen hat. "Erzähl'ns mir das nicht, des versteh' ich sowieso nicht."
Nun, jeder Mensch steht genau dort, wo er steht. Wenn die Energie gnädig ist, dann kommt ein neuer Impuls an und das Leben verändert sich. Ist ja alles im Fließen, was ist zu tun???

Dienstag, 20. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch



Triefaugen! Wieso habe ich jetzt eine Bindehautentzündung? Habe ich wo hingeguckt, wo ich nicht sollte? Oder will ich ganz im Gegenteil, etwas nicht sehen, nicht hinschauen? Fehlt mir der Durchblick?
Vielleicht finde ich ja noch die Zeit, mir das Thema auszupendeln, aber nach der Arbeit geht es wieder ins Spital zu Paps - dazwischen besorge ich mir Augentrost aus der Apotheke. Ich ärgere mich ja wirklich, dass ich heuer keine Augentrosttinktur angesetzt, ja gar kein Augentrost gesammelt habe. Dabei hab' ich noch daran gedacht...kann man jetzt nichts mehr machen. Muss halt schauen, was die Apotheke hat. Jedenfalls will ich vor einer antibiotischen Behandlung der Natur die Chance geben, meinen Augen zu helfen.

Augentrost ist ja eine liebliche Pflanze, von altersher bekannt für seine antiseptische Wirkung und hat schon den alten Gelehrten des Mittelalters, die sich die Augen beim Lesen in verqualmten Studierzimmern verdorben haben, geholfen. Im Kaltansatz aufgebrühtes Kraut eignet sich als Kompresse, aber auch innerlich verdauungsfördernd, gegen Krämpfe, gut auch fürs Zahnfleisch.
Es gibt auch homöopathische Augentropfen (Euphrasia officinalis), die habe ich noch nicht ausprobiert. Vielleicht mache ich das diesesmal - ist eine gute Gelegenheit.
Foto aus: Homöopathie, Dr. Andrew Lockie& Dr. Nicola Geddes

Montag, 19. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Der Workshop am Wochenende war erhebend - das ist wohl das passende Wort, denn die Zeit mit dem Meister Xuefeng war leicht und geschmeidig, zentrierend und tiefgehend zugleich. Er hat uns viele Rituale seines buddhistischen Tempels gezeigt und erklärt, neue Qi Gong - Übungen praktizieren lassen und uns mit guten Gesprächen beschenkt. Mein Kopf ist wieder frei, mein Mittelpunkt gestärkt. Die Übungen des stillen Geistes haben das bewirkt - der Baum, dessen Äste immer wieder in die Ausgangsposition zurückgleiten-schnepfen-peitschen, je nach dem, welche Kraft von außen eingewirkt hat. Er selbst bleibt in Ruhe, tut nichts, was nicht von "alleine" geschieht. Eine tolle Erfahrung, alltagstauglich.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Genro Laoshi


Im Lichte der Erkenntnis wird alles klar.

Es leuchtet in der Dunkelheit des Nicht-Wissens, des Nicht-Denkens.
aus: Genro Laoshi, ZEN.sucht nach dem Wanderer, http://www.top-team-trainings.com/medien/ZENsucht.php

Samstag, 17. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Warum ist denn der Winter schon da? Es stürmt und schneit bei uns am Berg, das gibt's ja nicht. Finde immer wieder erfrorene Bienen - ach, war das fein, wie sie noch rumgeschwirrt sind.... Hier ist es viel kälter als in der Stadt. Würde am liebsten mit Moonboots rumlaufen. Schaut in Wien nicht so gut aus, zu Kostümchen und Bluse. Aber heute ist Jeans und Lederjacken-Tag.

Fahre noch ins Bauhaus, was einkaufen und dann zu Paps. Es geht bergauf mit ihm. Das Blut wird dünner, mit dem Sprechen tut er sich schon etwas leichter. Ich bin so froh, dass uns noch etwas Zeit geschenkt ist. Habe jetzt wieder bemerkt, wieviel ich ihn noch nicht gefragt habe, was ich ihm noch sagen möchte.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Sitze im Büro und starre die Fensterscheiben an. Bin nicht gerade produktiv. Mir fehlt sogar die Energie, was für Paps zu tun. Einfach nur müde. Werde mir einen richtig englischen Tee machen, einen Assam Typhoo, mit Milch und Zucker, der hilft immer. Ja, das mache ich, gleich, dann...

Vielleicht hilft mir das Intensivseminar mit Carla, am Wochenende. Werden meditieren, Qi Gong üben, vielleicht auch heilende Laute chanten - möchte mich auf meine Kräfte besinnen, bei mir sein, bei Sinnen.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Tante Mette hat sich ziemlich zurückgezogen. Ich bin jetzt erst dazu gekommen, sie auf ihren Besuch in Paps leerstehender Wohnung anzusprechen. Natürlich habe ich nichts vernünftiges aus ihr heraus bekommen - außer dass sie ihr Lesebrille geholt hat und Blumen gießen wollte.


Gut, dass ist jetzt nicht wahnsinnig ungewöhnlich und ich hätte nie daran gezweifelt, wenn sie bei meiner Frage nach den Eierkartons nicht so eigenartig reagiert hätte. Mette ist mit einem Schlag abweisend und unsicher geworden, hat mich angeschnauzt. "Was für Eierkartons? Du hast Sorgen - dein Vater liegt im Spital und du zählst Eierkartons!"


Unter anderen Umständen hätte ich ihr Recht gegeben, aber wie gesagt, ihr Tonfall, die Art wie sie gesprochen und geschaut hat - nein,das bilde ich mir nicht ein, Mette war voll in der Defensive.

Montag, 12. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Der behandelnde Arzt ist wegen Paps besorgt. Paps Blut ist eine dicke Brühe - die Blutfettwerte sind extrem erhöht. Das kann ich einfach nicht verstehen, er hat doch ein Medikament bekommen für den Cholesterinspiegel und wirklich nicht üppig gegessen. Gut, es hat immer wieder mal ein Durcheinander gegeben und Paps hat vielleicht nicht immer das richtige Pulver zur richtigen Zeit genommen - aber dass sein Blut so katastrophal ist, das kann doch nicht davon kommen!

Sonntag, 11. Oktober 2009

Bankei Eitaku


"Es wäre falsch, wenn ihr versucht, das Ungeborene zu werden, und damit dem Geist, den ihr schon habt, einen zweiten aufsetzt. Ihr seid ungeboren von Anbeginn.


Viele Menschen sprechen vom "Grundprinzip" des Ungeborenen, aber dergleichen gibt es im Ungeborenen nicht. Hätte das Ungeborene irgendein Prinzip, so wäre es nicht ungeboren.


Ihr braucht nicht erst ungeboren zu werden. Das wahre Ungeborene hat mit Grundprinzipien nichts zu schaffen und ist jenseits von Werden und Erlangen. Seid wie ihr seid - das ist es und sonst nichts."


aus: Die Zen-Lehre vom Ungeborenen, Bankei Eitaku, 135, Otto Wilhelm Barth Verlag

Freitag, 9. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Ende des Altweibersommers, der Himmel schüttet sich aus. Mir ist auch zum Weinen, aber meist schaffe ich es, für Paps eine frohe Miene aufzusetzen. In seiner Wohnung war soweit alles in Ordnung. Was allerdings seltsam war - im Abstellraum fand ich dutzende Eierkartons. Und heute holte ich noch ein paar Sachen für Paps, die ich dummerweise vergessen hatte, da waren die Eierkartons weg!

Außer mir hat nur Mette einen Schlüssel zur Wohnung, - warum kommt sie extra und schmeißt die Eierkartons weg? Das soll sie mir mal erklären.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Habe Paps eine Lavendelölcreme gemacht. Lavendelöl hilft Stress abbauen, das weiß man in der Aromatherapie schon lange, und davor wussten es die kräuterkundigen Frauen. Mittlerweile hat es sogar die Naturwissenschaft nachweisen können. Na bitte! Dann kann man endlich glauben, was andere schon immer erfahren haben. http://oe1neu.orf.at/programm/200910061101.html


Stress hat Paps jetzt. Seine linke Seite ist beeinträchtigt, beim Sprechen tut er sich schwer. Ich kann sehen, wie unglücklich er ist, er war doch immer sehr eitel. Ein Pflegefall zu sein, das ist für ihn undenkbar gewesen. Doch ich will positiv in die Zukunft schauen - er lebt, er hat relativ geringe Schäden davon getragen und wenn er mitmacht, dann kann er wieder fast der Alte werden.


Werde aus seiner Wohnung noch ein paar Sachen für ihn holen und nach dem Rechten sehen.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch

Bin von der Arbeit gleich ins Krankenhaus gefahren - Paps hatte einen Schlaganfall. Im Supermarkt ist er einfach umgekippt, man hat gleich die Rettung verständigt. Es geht ihm relativ gut, ein Glück, dass er so schnell medizinisch versorgt wurde. Bin lange bei ihm gesessen, hab seine Hand gehalten, Paps hat geschlafen. In die Arbeit konnte ich einfach nicht mehr zurück.
Trinke Tee auf der Veranda, genieße die Sonnenstrahlen, die Milde des Altweibersommers, als gäbe es das alles nur heute.
Es gibt nur heute.
Heute leben wir.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Agnes Feders Tagebuch


Hatte schreckliche Träume dieses Wochenende und kann sie nicht zuordnen. Das fühlt sich so schrecklich an! Zu wissen, man soll etwas tun, etwas lebenswichtiges tun, aber nicht wissen was - alles was ich weiß, ist, dass es mit Paps zusammenhängt.

Also habe ich mit ihm telefoniert, ob alles in Ordnung ist, habe mich hingesetzt und für ihn eine Fern-Reiki-Behandlung gemacht, bin am Sonntag zu ihm hineingefahren und wollte ihn zur Donau mitnehmen, aber er hat sich nicht wohl gefühlt. Mette war da und hat ihn bekocht und bemuttert als wäre er ein Säugling.
Bei aller Fürsorge geht es ihm aber nicht besser. Ich kann es nicht verstehen. Als wäre ich geblendet und kann nicht hinter die Dinge sehen.

Meister Eckehart


Lausche denn auf das Wunder!

Wie wunderbar: Da draußen stehen wie drinnen, begreifen und umgriffen werden,

schauen und zugleich das Geschaute selbst sein,

halten und gehalten werden – das ist das Ziel:

Wo der Geist in Ruhe verharrt, der lieben Ewigkeit vereint.

(aus: Deutsche Predigten und Traktate Von Meister Eckhart, Josef Quint, Hanserverlag)