Mittwoch, 25. November 2009

Agnes Feders Tagebuch


Habe von Michelle geträumt, eigentlich von Luva. Vielleicht kam das, weil ich gestern in meinem chinesischen Stammgeschäft, also bei Frau Suzi, Steine und Steinketten angesehen habe.

Es waren schöne Jadeketten dabei. Die grüne Jade (es gibt sie auch in violett und schwarz) ist so sanft und zart. In China wurde sie schon 5000 vor Christi hochgeschätzt, natürlich auch in Ägypten und im Mexiko der Mayas.

Immer wurde Jade als Schutzstein verwendet, der Böses fernhält, Freundschaft und Liebe schafft, des Trägers Bewusstsein hebt und ihm die Fähigkeit der Traumdeutung verleiht.

Jade soll auf den Körper eine reinigende Wirkung haben, das Immunsytem positiv beeinflussen, hohen Blutdruck lindern, Fruchtbarkeit fördern und Schwangere bzw. Gebärende vor Schmerz und Fehlgeburt bewahren. Das habe ich zwar noch nicht ausprobiert, allerdings die Wirkung auf die Seele kann ich bestätigen. Meine beiden Jadeketten sind Geschenke meiner Mutter, ich trage sie, wenn ich mich besonders beschützt fühlen möchte...
Buchtipp:Das große Lexikon der Heilsteine, Düfte und Kräuter, Edition Methusalem

Sonntag, 22. November 2009

Agnes Feders Tagebuch

Murmeltiertag! Heute hab' ich mich im Haus eingekuschelt und nur am Nachmittag einen kleinen Spaziergang gemacht, um den Kopf einwenig frei zu kriegen. Bin auch nicht zu Paps, weil Mette unbedingt zu ihm wollte.
Hatte mit ihr ein längeres Gespräch. Sie hat tatsächlich Eidotter geröstet und es ihm unters Essen gemischt. Unzählige! Sie meinte, es würde ihn stärken. Ich glaube, es hat seine Adern verstopft und den Schlaganfall verursacht.
Ob eine böse Absicht dahinter war?
Was auch immer ich dazu empfinde, nachweisen kann ich ihr nichts. Ich kann mich dunkel an einen Kriminalfall erinnern - da hat Mama noch gelebt - da hat das eine Ehefrau mit ihrem Mann gemacht. Mama und Mette haben sicher darüber geredet. Allerdings kann ich nicht glauben, dass Mette das wegen dem Sparbuch von Paps tun würde, - aber das ist ja mein Problem, die schlimmen Sachen traue ich nie jemanden zu, und dann...

Meister Bankei


"...Zazen ist nichts als ein anderer Name für den Ur-Geist. Gemeint ist damit friedvolles Sitzen. Friedvoller Geist. Beim Sitzen sitzt er einfach. Beim Kinhin geht er einfach.
Auf keine Art und Weise kann irgendwer den buddhistischen Dharma predigen, und wäre auch Himmel und Erde sein Mund. Die ihn zu predigen versuchen, blenden am Ende nur andere. ..."


aus: Meister Bankei, Die Zen-Lehre des Ungeborenen, Otto Wilhelm Barth Verlag, 134

Mittwoch, 18. November 2009

Agnes Feders Tagebuch





Die Geschäfte und Straßen sind längst weihnachtlich dekoriert, der Wiener Christkindmarkt am Rathausplatz eröffnet, doch bis zur Wintersonnwende ist es noch einige Wochen hin. Der kürzeste Tag, der Tag an dem die Sonne "stirbt". Man kann es nicht erwarten. Vielleicht aber fürchtet sich das Unbewusste davor und wir versuchen mit viel Licht und Glamour davon abzulenken?



Für dieses Ereignis steht die Eibe, der Baum der Totengöttin. Seine Blätter und Samen sind hochgiftig, totbringend, das nutzten schon die Kelten für vergiftete Pfeilspitzen aus. Und doch ist die Eibe selbst das langlebigste Wesen auf Erden, übertrifft darin noch die Eiche, nach dem alten Glauben jedenfalls. Aus ihrem Holz wurden Wahrsage-und Zauberstäbe geschnitten. Ein düsterer Baum mit leuchtend roten Beeren.

Montag, 16. November 2009

Agnes Feders Tagebuch


Bei Peter und Maria geht es in die letzte Phase der Schwangerschaft. Bisher ist alles gut gegangen, aber in letzter Zeit fühlt sich Maria so schwer und kraftlos. Das mag ganz normal sein, wenn man 14 Kilo mehr hat und einen großen Bauch vor sich her schiebt, der das Kreuz belastet. Dennoch mache ich mir einwenig Gedanken um die beiden. Maria hat wieder um Reiki-Behandlungen gebeten, die ich ihr gerne gebe. Toll, dass sie daran gedacht hat! Ist doch genau richtig, wenn man das Gefühl hat, die Energie geht aus. Laut ihrem Arzt ist alles in Ordnung, das wenigstens beruhigt.

Muss das noch mit Paps regeln, denn den Besuche ich fast täglich und bringe ihm Essen. Schwer, da noch was anderes zu machen. Bin dann Abends oft schon so müde, dass ich nur noch heim ins Bett will. Heute allerdings übe ich Qi Gong mit Carla und der Gruppe. Darauf freue ich mich schon!

Sonntag, 15. November 2009

Genro Laoshi


"NICHTS IST ALLES - ...Das Rad mit seinen Speichen wird drehbar, durch die Nabe, wo es nicht ist. Das Tongefäß wird brauchbar, durch den Raum, wo es nicht ist und Flüssigkeit aufnehmen kann. Das Haus mit seinen Mauern wird bewohnbar, durch den Raum, wo es nicht ist.


Du bist allumfassendes Selbst, wo du nicht bist."




aus: Genro Laoshi, ZEN.sucht nach dem Wanderer, http://www.top-team-trainings.com/medien/ZENsucht.php

Mittwoch, 11. November 2009

Agnes Feders Tagebuch


Das Leben benimmt sich, als würde auf meinem Rücken "Kick me" stehen.

Peter hat wieder Hilfe in der Kanzlei gebraucht und ich kann ihn natürlich nicht hängen lassen. Das ist ganz klar, und gar kein Problem. Aber dann laufe ich bei Gericht ausgerechnet Kurt Thesch über den Weg, Sieberts besten Freund! Muss denn das sein?

Also, es ist ja nicht so, dass ich Kurt nicht gut leiden könnte, im Gegenteil - es war so ein Spaß mit ihm zu quatschen, ganz als wäre die Zeit damals stehen geblieben. Aber wie weh das nachher getan hat....

Dienstag, 10. November 2009

Agnes Feders Tagebuch


Habe bei Paps wieder Eierkartons gefunden. Jetzt hat's mir gereicht und ich habe Mette direkt darauf angesprochen. Aber da kam nur ein Achselzucken - was habe ich auch geglaubt, was sie sagen wird? "Ja, klar, ich füttere deinen Vater mit jeder Menge Eidotter, damit seine Arterien zugehen wie dreckige Kanalröhren?"

Mann, ich bin richtig wütend geworden - glücklicherweise hatte ich die Wut, und nicht die Wut mich. Aus einem Impuls heraus habe ich sie berührt- und dann kamen wieder die Bilder....bin ins Schlafzimmer, wo Paps seine zwei Sparbücher hat, aber das eine, das für sein Begräbnis (ich hasse es) war weg.

Sie ist ein Parasit, wenn nicht schlimmer...und ich kann ihr nichts nachweisen.

Montag, 9. November 2009

Agnes Feders Tagebuch


Habe das einzig Richtige getan - bin in den Wald und habe mich ganz dieser Stille und Kraft hingegeben. Den Gerüchen, den Farben und dem Licht. Bin als neuer Mensch heimgekehrt. Es war mir in dem Moment ganz klar, dass mal ordentlich durchgelüftet werden muss, die Räume zu räuchern und reinigen sind und dannach ich selbst einer Reinigung bedarf - durch ein paar Qi Gongübungen - Bärenübung, Yin/Yanghände, den Bogen spannen, die Mähne des Pferdes teilen - und einer Sitzmeditation.

Was für ein Unterschied, wie leicht die Woche beginnt!

Donnerstag, 5. November 2009

Agnes Feders Tagebuch


Der November treibt die schönsten Nebelschwaden auf den Berg. Die Sonne wird zur süßen Erinnerung, alte Mythen werden lebendig.

Der schwarze Gott Semain herrscht nun über das Land. Der Sonnengott in Gestalt des Hirschen ist getötet, seine Gemahlin in die Unterwelt verschleppt. Sie ist jetzt Morrigan, die Totengöttin, die über die Seelen der verstorbenen Menschen und Tiere wacht, genauso wie über die verborgenen Samen und Sporen. Die Zeit des Rückzugs beginnt, die Vorräte sind in der Kammer, die Kräuter gesammelt - alles was noch draußen ist, gehört den Geistern.

Die Geister der Vergangenheit,- sie bringen das Misstrauen und den Zweifel, sie bringen Angst. Könnte ich mich mit ihnen versöhnen, wir wären beide erlöst. Erlöst. Lösen. Loslassen. Lassen.

Wie kann ich von Euch lassen?

Montag, 2. November 2009

Agnes Feders Tagebuch


Nach der Kontrolle im Spital - der Ellbogen ist schon viel besser, wenn ich ihn auch noch schonen muss - bin ich noch auf einen Sprung zu Paps gegangen. Überraschend.
Tante Mette stand in der Küche und kochte. Dachte mir nichts weiter und ging durch zu Paps. Wir plauderten einwenig und ich suchte erneut die Küche auf, um ihm etwas zu trinken zu holen. Tante Mette war freundlich - zu freundlich. Ich fragte, was es denn zu essen gäbe und sie zählte Suppe, Schinkenfleckerl und Pudding auf. Es stand eine zugedeckte Pfanne am Herd, ich wollte hineingucken, aber Mette hielt meine Hand fest und meinte: "Das muss zu bleiben." Da kam ein Bild vor mein inneres Auge - Mette, die Eierdotter in eine Pfanne gießt.

Sie ließ meine Hand sofort wieder los.

Auf der Kredenz sah ich einen leeren Eierkarton.