Donnerstag, 31. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Silvester - werde ich bei Peters Party verbringen. Johnny kommt auch, also wird es lustig.


Aber warum Jahreswechsel mitten im Winter?

Wir feiern Jahreswechsel nach der Wintersonnwende, Anfang des Winters. Nach dem Bahai-Kalender, der vermutlich auf Zarathustra zurück geht, und von einigen Ländern angewendet wird, ist es der 21. März, also Frühlingsbeginn, der als Jahresbeginn verstanden wird. Da erwacht das Leben neu, die Natur entwickelt Blüten und Blätter. Klingt einleuchtend.


Vielleicht ist es aber doch die Geburt des Lichtgottes in der Tiefe der Erde, die uns Menschen so berührt. Auch unbewusst.

Für das Auge unsichtbar, aber dennoch bereits Teil der Welt.

Das Yang im Yin.

Dienstag, 29. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Ein schöner Tag mit Carla. Wir waren in Reichenau an der Rax, bei Sonnenschein, ein besonderer Platz. Wir haben über Viktor Frankl gesprochen und wie sehr der Mensch einen Sinn braucht.

Gibt es einen Sinn?

Wenn ja, welchen?

Muss man ihn suchen oder ist er einfach immer schon da?


Mir fiel das Tao te King ein, auch wenn dort das Wort SINN in der Übersetzung anders gebraucht wurde.

...Der große SINN ist überströmend;

er kann zur Rechten sein und zur Linken.

Alle Dinge verdanken ihm ihr Dasein,

und er verweigert sich ihnen nicht. ...

Sonntag, 27. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Friedlich daheim, Zeit für Zazen - war auch im Wald und habe die Ruhe genossen. "Reizfreie" Zone, sozusagen.

Das kleine Familienfest, das ich für Paps veranstaltet habe, war es jedenfalls nicht. Tante Mette hat geschmollt, weil ich gekocht habe. Nach ihrer "Eierkur" für Paps lasse ich sie nicht mehr an den Herd. Ist mir egal, ob sie ihn damit stärken oder umbringen wollte, ich behalte sie im Auge. Das Sparbuch hat sie nicht mehr rausgerückt - das ist für ihre "Aufwendungen". Paps ist es egal, also soll es das für mich auch sein.
Der Rest der Familie war betont zurückhaltend. Es wurde nur Belangloses geredet, alle heiklen Themen vermieden. Mir ist klar geworden, dass ich das nicht mehr brauche. Ich möchte mich in meiner freien Zeit mit Menschen umgeben, mit denen ich mich ungezwungen unterhalten kann. Das habe ich ihnen schließlich auch gesagt.

Na hallo, das war ein Aufsehen!

Und dann haben sie wieder nichts gesagt. Mauer.

Sie sind wirklich witzig, die lieben Leut! Kann man nix machen...

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Der Fön zerreißt mir noch den Schädel! So was von Kopfweh und das den dritten Tag - kein Wunder, wenn die Temperatur von -10 auf +6°C steigt. Der schöne Schnee schmilzt einfach weg - dabei brauchen wir den doch morgen für die Weihnachtsstimmung...es wird trotzdem schön sein.

Ich fahre zu Mutters Grab und zünde ein Kerzerl an. Dann werde ich mit Paps feiern und am Abend bei mir zu Hause mit Ashley noch beim Feuer sitzen, Beifuß, Arnika und Weihrauch räuchern, nicht zu vergessen Portwein schlürfen. Alleine.
Werde meinen Oskar Wilde weiterlesen. Wie sagt er als Lord Goring so schön:
"Other people are quite dreadful. The only possible society is oneself...To love oneself is the beginning of a lifelong romance."

Montag, 21. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Wintersonnenwende - die Göttin gebiert in der Tiefe der Nacht das Sonnenkind. Der Hirschgott Cernunnos streift durch den Wald, regt das Leben erneut an.


Heute erinnert uns noch Santa Claus mit seinem Rentiergespann daran und das Sonnenkind ist das Christkind - alles nur Worte und Namen - sie stehen für unser Bedürfnis nach Hoffnung, nach Erneuerung, Wiedergeburt.

Sonntag, 20. Dezember 2009

Genro Laoshi


"...Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten der Rückbindung an das eigene Wesen, wie es Wesen auf der Welt gibt. Aber ist das notwendig, wenn alles doch im Einem geborgen ist? Alles ist vereint, ist ungeteilte, unaussprechliche Wahrheit.


Keine Sicht gleicht der anderen. Alle können nur zur gleichen Ein-Sicht gelangen."


aus: ZEN.sucht nach dem Wanderer, Genro Laoshi, 155;



Donnerstag, 17. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Wenn ich auf diesem Hügel stehe, dann dehnt sich meine Seele nach allen Richtungen, als könnte sie fliegen...ja, da kann sie fliegen...die Erde, auf der ich gewachsen bin, nährt mich, der Himmel, der erreichbar wird, beflügelt mich.
Was für ein Platz...zu jeder Jahreszeit, bei jeder Witterung magisch!

Dienstag, 15. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Mein närrisches Apfelbäumchen hatte schon richtige Äpfel entwickelt - die jetzt erfrieren. Der ganze Kraftaufwand vergebens, warum hat es das getan?

OK, der Hagel im Juli hat die neue Blüte provoziert, aber warum? Hätte doch auch einfach neue Blätter treiben können und fertig? Eine Frucht verlangt doch viel mehr Energie.
Früchte um jeden Preis - hm, das tu' ich - und viele die ich kenne - auch. Mit Schnupfen arbeiten gehen, kaum ist das Fieber vorbei, schon geht's wieder auf und los. Keine Zeit zum Regenerieren. Wer ist das, der uns so jagt? Wirklich nur die Angst, die Arbeit zu verlieren? Wir machen das ja auch, um unsere Lieben zu versorgen, oder gehen gleich wieder trainieren, um einen schönen, fitten Körper zu haben. Also, wer/was treibt uns an?
Ich werde mir jedenfalls im Kalender notieren, das Apfelbäumchen im Frühling mit guten Biodünger zu verwöhnen.

Freitag, 11. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Nach dem langen Liegen habe ich wieder mit dem Surya Namaskar (Sonnengruß) begonnen. Du liebe Zeit, wie man in einer Woche einrostet!
In der Hüfte zieht und spannt es, das Abrollen der Wirbelsäule zeigt erbarmungslos jede Verspannung auf. Da hilft nur eins: Hineinatmen. Und Weiterüben. Die Belohnung ist ein fantastisches Wohlgefühl, man fühlt sich verjüngt, gestärkt und beschwingt.

Diese 10 Minuten zahlen sich wirklich aus, weil ich damit einem Hexenschuß (und schlimmeren Dingen) vorbeugen kann. Muss mir notieren, Theres diese Übung zu zeigen, die klagt ja immer über Rückenschmerzen. Ich kenne da noch ein paar Qi Gong Übungen, die ihr auch gut tun würden, aber überfordern darf ich sie auch nicht. Sonst macht sie gar keine davon.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Es geht schon wieder recht gut. Das Fieber ist fast weg, kommt Abends meist noch mal und der Husten ist etwas mühsam. Mit Eibisch-Süßholztee spüle ich das Kratzen weg. Und Kräuterzuckerl natürlich. Habe das Gefühl, es wird immer besser. Werde mich mal wieder nach draußen wagen und mir den blauen Himmel und die Sonne auf das Haupt leuchten lassen - das hebt das Gemüt! Ich könnte "Stehen wie eine Kiefer" üben; das sammelt die Kräfte von der "Wurzel" bis zur "Krone" und ist nicht anstrengend, mehr ein inneres Qi Gong.

Um Paps konnte ich mich die letzten Tage nicht so kümmern, das Telefonieren mit ihm geht nicht so gut, weil er sich beim Sprechen plagt. Vielleicht bin ich morgen wieder so fit, dass ich ihn besuchen kann und nach dem Rechten sehe.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Grippe - Kopfweh, Gliederschmerzen, Husten, Schnupfen und Fieber...Fieberträume die schmerzen...

Sonntag, 6. Dezember 2009

Lao Tse


"Gräser und Bäume sind biegsam und zart,

wenn sie das Licht der Welt erblicken;

wenn sie tot sind,

sind sie dürr und trocken.

Darum ist das Harte und Starre

dem Tod nahe,

das Zarte und Nachgiebige

ist dem Leben nahe."


aus: Tao-Te-King, Lao Tse, Diogenes, 76

Agnes Feders Tagebuch


Herrje, fühlt sich an, als würde ich eine Grippe kriegen. Bin ganz matt, die Gelenke tun mir weh, Halsweh und so ein Hüsteln kommt immer wieder mal. Dabei wollte ich noch zu Paps, ihm Essen bringen und Gesellschaft leisten. Johnny werde ich auch absagen, das wird heute nichts mit unserer Verabredung. Macht mir eigentlich gar nichts...brauche ich keine Entscheidung treffen...trinke lieber mal einen halben Liter Eibischtee und bade in Thymian. Ja, das ist jetzt genau richtig.

Freitag, 4. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Johnny hat sich wieder gemeldet - habe mich echt gefreut! Hätte nicht gedacht, dass er wirklich anrufen wird. Wir haben uns verabredet, nur ein Punsch am Christkindlmarkt, das ist alles.
Da ist mir aufgefallen, ich habe gar keine Weihnachtserinnerungen mit Siebert. Wir hatten niemals Weihnachten...schon seltsam. Er war für mich mein ganzes Leben, aber wir haben nie "das Fest der Liebe" miteinander verbracht. Ich vermisse dich, Siebert, ach, wie weh das tut....

Dienstag, 1. Dezember 2009

Agnes Feders Tagebuch


Jetzt hat der Advent begonnen - man möchte meinen, der heilige Abend steht schon vor der Tür, solange haben wir schon mit geschmückten Bäumen, Schoko-Nikoläusen, Weihnachtsangeboten und Geschenkideen gelebt! Wenigstens ist's bei mir am Berg still. Wobei, der Nachbar hat schon Anfang November seine Weihnachtsmänner über den Balkon geschmissen und dort baumeln sie jetzt mindestens noch einen Monat.

Geht man aber in den Wald und es ist ganz leise und vielleicht einwenig neblig, dann kann gut sein, dass das Knacksen in der Ferne, das Rascheln hinter mir oder der Ruf der Krähe aus dem Wipfel vielmehr ankündigt, als jeder Schmuck und Tand...