Samstag, 30. Januar 2010

Agnes Feders Tagebuch


Zazen mit Carla und der QiGong-Gruppe - wie Balsam zieht die Stille ein, beruhigt den Geist und die Gedankenflut.
Nichts ist zu tun, man kann alles Sein lassen.
Gemeinsam ist eine noch stärkere Energie im Raum "so-und- nicht- anders-sein-zu-wollen".
Alles was geschehen ist, ist gut, war mein Weg hierher, auf mein Sitzkissen. Das erfüllt mich mit Dankbarkeit und vertreibt die Bitternis.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Agnes Feders Tagebuch


Ich habe gestern die "Wächter" wieder besucht.
Eine Baumgruppe von hohem Wuchs, mächtigen Stämmen und eigentümlicher Ausstrahlung.
Wieso Wächter? Nun, das ist nur ein Eindruck, ein Gefühl, das mich beschleicht, nähere ich mich ihrem Kreis. Ja, sie stehen in einem Kreis, eigentlich einem Oval, Dornenhecken schützen das Innere, das, unberührt, das Herz der Gruppe ist. Die Spur eines Mäuschens fand ich, doch auch diese führte nicht ins Innere. Ich fühlte Respekt und Ehrfurcht und drang nicht weiter vor. Es ist ein Geschenk gewesen, dieser Energie teilhaftig zu werden, Frevler, wer dies zertrampelt.

Montag, 25. Januar 2010

Agnes Feders Tagebuch


Soll nicht an der Vergangenheit hängen, nicht an der Zukunft...ja, ja, wenn das so leicht wäre.

Die Vergangenheit hängt an mir!

Loslassen, bitte sehr gerne - bloß - mit welchem Körperteil genau? Wie löscht man grausige Bilder aus dem Hirn? Und Gefühle? Wie verlernt man das alles wieder...

Carla sagt, du musst dich dafür lieb haben, dass du immer wieder daran denkst. Und dafür, dass du so und nicht anders gehandelt hast. "Vergeben" hat doch was mit "weggeben" zu tun. Sich selbst vergibt man zuletzt. Das Ego will Action!

Ich hätte sie retten können, hab es nicht besser verstanden, ich hätte meinen Traummann an meiner Seite haben können, ich konnte nicht, durfte nicht, was weiß ich. Shit.


Setzte mich auf mein Sitzkissen und mache Zazen - was sonst?

Samstag, 23. Januar 2010

Agnes Feders Tagebuch


Der Putzerfisch ist verschwunden.

Vor zwei Tagen habe ich ihn das letzte Mal gesehen, wie immer unter der Wasserpumpe versteckt. Seither - nichts.

Finn schwimmt teilnahmslos hin und her.

Frisst er weniger? Wirkt er dicker?

Dachte nicht, dass Fische so spannend sein können.

Armer Putzi. Tschuldige.

Freitag, 22. Januar 2010

Agnes Feders Tagebuch


Habe Paps überzeugen können, mit mir Qi Gong zu üben.

Freue mich sehr darüber, weil ich überzeugt bin, dass die Übungen seine Beweglichkeit verbesseren werden, genauso wie seine Atmung, seine Körperspannung und sein Wohlbefinden insgesamt.

Dazu machen wir weiter Reiki, um seine Rückenschmerzen zu lindern. Das hilft so gut, dass er wieder ohne Schmerzmedikamente seinen Tag bestreiten kann. Ich glaube ja, dass dieses "Wunder" ausschlaggebend dafür war, dass er mir auch beim Qi Gong vertraut. Habe mir anscheinend seinen Respekt verdient. Das schöne dabei ist, dass wir einander wieder näher gekommen sind und uns gut verstehen.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Agnes Feders Tagebuch


Wunderbares Schneegestöber!
Die Welt in Watte gepackt, stiller, vorsichtiger.
Was beim Autofahren heute echt angesagt war. Sehr rutschig. Schaue aus dem Fenster und sehne mich nach einem Spaziergang.
Aber heute ist Mitarbeiterfortbildung. Ich bilde die Mitarbeiter fort.
Wohinauchimmer.
Kaffeepause; die Schwestern haben Geschichten zu erzählen - da wird mir Angst und Bange. Bloß nicht krank werden, bloß nicht den Ärzten ausgeliefert sein! Da kann man alles erleben, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Nicht mal ich könnte das erfinden.
Muss unbedingt eine Patientenverfügung machen. Möchte nicht als lebende Leiche enden. Und alle glauben, tot sein ist das Schlimmste - was für ein Irrtum....

Sonntag, 17. Januar 2010

Agnes Feders Tagebuch


Finn ist bekloppt.

Kein Wunder, wenn man ganz alleine in einem kleinen Wasserbecken hin und her schwimmt. Der Typ ist einsam. Deshalb meine Entscheidung, einen Putzerfisch anzusiedeln - kein ungefährliches Unterfangen.

Für den Putzerfisch.

Der Verkäufer meinte, den würde Finn nicht als Beute wahrnehmen.

Na, ich bin gespannt.


Samstag, 16. Januar 2010

Agnes Feders Tagebuch


Habe einen ausgedehnten Spaziergang durch die Winterlandschaft unternommen, Wind und Kälte getrotzt und die Sonne genossen. Eine Zauberlandschaft, vereiste Bäume ringsum, Farbenspiele des Schnees beobachtet, die vom Wind getriebenen Schneekristalle auf der Haut gespürt.

Eine Gruppe von Bäumen zog mich an, richtig dicke, alte Stämme und mächtige Äste. Hätte mich nicht gewundert, Baumbart zu begegnen. Eine Energie war da - so stark, ja gewaltig! Hatte nicht das Gefühl, neben schlafenden Pflanzen zu stehen, nein, nein - als wären diese Riesen Wächter.

Freitag, 15. Januar 2010

Agnes Feders Tagebuch


Gestern eine so schöne Qi Gong - Stunde mit Freunden verbracht. Was da für eine Energie entsteht, wenn sieben Leute gemeinsam üben!

"Das Qi im All kreisen lassen" ist eine Übung, sie einem mit allem verschmelzen lässt; "die Weide" hat so starke Bilder, dass ich fast jedes mal total in diese hineinkippe und zur Weide am Teich werde, die ihre Wurzeln tief im Schlamm stecken hat; wer dann noch "100 Schritte Gesundheit" mitgeht, ist in seiner Mitte, mit ruhigen Geist, angekommen.

Auch die, die nicht gerne meditieren haben bei der Bewegungsmeditation schöne Erfolge. Es tut einfach gut. Das kann ich immer wieder beobachten.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Agnes Feders Tagebuch


Werde heute alle Weihnachtssachen wegräumen - nach der Arbeit, nach Paps-Besuch, nach Qi Gong mit Carla. Also, wenn ich dann noch Lust habe.

Jetzt erst beginnt die finstere Zeit, bis endlich die Tage länger hell sind, der Frühling zurückkehrt. Keine Deko, keine Weihnachtseuphorie, kein Einkaufsstress kann einem da drüber helfen. In den Wald zu gehen ist meine Methode mit dieser Zeit zurecht zu kommen, doch bis ich heim komme, ist es schon finster. Werde am Wochenende viel draußen sein.

Eigentlich wollten Johnny und ich eine Wanderung machen, aber er nimmt meine Anrufe nicht entgegen. Ich wollte ihn nicht kränken, dennoch ist es passiert.

Ich schaue aus dem Fenster und sehe Norman vor mir, wie er mich verletzt hat und ich einfach davon ging. Mein Urteil über ihn war hart und selbstgefällig. Ich kann das jetzt sehen. Wenngleich - gehen musste ich jedenfalls.

Dienstag, 12. Januar 2010

Agnes Feders Tagebuch


Habe im Wald diese "blutende" Fichte entdeckt. Hat mich daran erinnert, dass die Fichte einst ein heiliger Baum war.

Heute degradiert zu Nutzholz, industriell verarbeitet, gering geschätzt. Baumfreunde sagen - "Ah, eine Eiche!" oder "Schau, eine Esche! - an Fichten geht man vorbei. Nichts besonderes.
Und dann stand da diese weinende Fichte, aufgeschlitzt, vom Harz überströmt.


Mutterbaum, Schutz und Heilung brachtest du einst. Du halfst die Dunkelheit zu überwinden und den lichten Pfad zu finden. Dein Blut reinigte unsere Wohnstatt, was haben wir aus dir gemacht?


Ich werde heute Nacht ihr Harz räuchern, Himmel und Erde verbinden.

Sonntag, 10. Januar 2010

Agnes Feders Tagebuch


Maria hat das Baby bekommen - keine leichte Geburt gewesen, aber es geht beiden gut. Sie werden noch länger im Spital bleiben müssen, doch wir sind alle heilfroh, dass die Schwangerschaft gut vorbeigegangen ist.

Peter ist euphorisch, wie sich das für einen frischgebackenen Papa gehört. Die Tatsache, dass es ein Junge ist, läßt ihn vollends abheben. Dass das immer noch eine Rolle spielt! Egal. Soll er auch ein bissl ein Macho sein. Ich gönne ihm das Glück von ganzem Herzen - nach all der Sorge kann er endlich aufatmen.

Besuche dieser Tage Maria und den kleinen Thor, - endlich wieder ein Baby!

Samstag, 9. Januar 2010

Agnes Feders Tagebuch


Mein Fisch heißt Finn. Eigentlich ist er nicht mein Fisch, ich bin nur die "Pflegemutter".

Bin mir nicht ganz sicher, was er ist - wohl ein Barsch...immerhin, genauso ist sein Verhalten. Ungeselliger Einzelgänger, hat angeblich alle bisherigen Mitbewohner aufgefressen. Die Umsiedlung war für ihn ein schlimmer Stress, jetzt flitzt er nervös in seinem Aquarium hin und her. Neurotisch.

Wenn ich nicht hinsehe, fetzt er die Grünpflanzen aus dem Kies. Wenn ich hinsehe, wirft er mir vorwurfsvolle Blicke zu: Wie kannst du nur einen so prächtigen Barsch wie mich einsperren?


Aber ich war das doch nicht! Ich bin nur die, die dich füttern soll!

Donnerstag, 7. Januar 2010

Agnes Feders Tagebuch


Ein ganz normaler Arbeitstag....kleine Berge Papier auf meinem Schreibtisch, die unbemerkt wachsen, sich nicht schrumpfen lassen. Claudius auf einen Kaffee - also ich Tee, er Kaffee - getroffen, doch der ist am Jammern, weil ihm die Patienten zu arrogant kommen.

Das ist halt so in einer Privatklinik - sag ich.

Das ist einfach eine Schweinerei - sagt Claudius.

Lass' dich doch nicht runterziehen, du musst selbst wissen wer du bist - sag ich.

Irgendwann schmeiß' ich den Krempel hin - sagt Claudius.

Irgendwann? - sag ich.

Genau.

Montag, 4. Januar 2010

Agnes Feders Tagebuch


Silvesterparty - ja, die war lustig.
Bis ich mir was mit Johnny angefangen hab......und das dann ganz schnell wieder beenden wollte. Er war derartig gekränkt - ich habe einfach nicht erwartet, dass es für ihn so ernst ist. Das tut mir so leid und ich kann es doch nicht rückgängig machen. Es ist halt so, dass Siebert immer noch in meinem Kopf, nein, in jeder Zelle sitzt. Der Versuch, die Erinnerung zu löschen, ist gescheitert. Armer Johnny....