Mittwoch, 28. April 2010

Agnes Feders Tagebuch


Mmmm, guter Löwenzahnsirup...frisch von der Wiese und gleich verarbeitet - sehr gesund. Schmeckt wie Honig - diesmal mit Sternanis, ja, macht sich gut.
Zufällig sah ich eine Werbung für ein Unkrautvertilgungsmittel. Die haben doch tatsächlich eine Löwenzahnpflanze angesprüht, die daraufhin sofort in sich zusammen gefallen ist und verstarb.

Entsetzlich! Entsetzlich dumm!

Diese kraftvolle Pflanze als Unkraut zu sehen, ist schlicht dumm!

Denn demjenigen ist nicht bekannt, dass Löwenzahn eine heilende Wirkung auf den Stoffwechsel hat, entgiftend wirkt und in früheren Zeiten hochgeschätzt war. Leber, Galle, Nieren und Milz werden angeregt.
Die Milch der Stängel ist übrigens nicht giftig. Maria Treben empfielt sogar, diese kurmäßig 14 Tage hindurch zu kauen. Soll unter anderen bei Diabetes helfen. Paps krieg' ich natürlich nicht dazu, aber es ist gut zu wissen.

Montag, 26. April 2010

Agnes Feders Tagebuch


Qi Gong auf der Wiese, meine Zehen greifen wieder ins Gras, zwischen Gänseblümchen, Veilchen, Löwenzahn, Vogelmiere, Girsch, Gundelrebe und all den feinen Kräutern des Frühlings, die jetzt unbändig wuchern - welch ein Genuss!

Die Bärenübung, "den Mond zeigen", "den Kyudo spannen" und der "Kranichgang", es ist einfach unvergleichlich unter freiem Himmel zu üben, der Boden kühl und feucht, der Himmel strahlend und warm. Jedes Jahr ein Wunder, wenn es wieder geschieht - das Leben.

Als hätte es niemals aufgehört...ja, es hat niemals aufgehört.

Montag, 19. April 2010

Agnes Feders Tagebuch

Im Aquarium herrscht wieder Frieden.
Warum?
Finn wirkt antriebslos, er will nicht mal MagistaAnna jagen. Meist versteckt er sich zwischen den Pflanzen. Da ist ja Putzi - der ein riesen Waschel geworden ist - lebhaft dagegen.
Ich werde wieder mal das Wasser wechseln, das wirkt belebend auf Finn. Vielleicht mögen Barsche quellfrisches Wasser, während Goldfischen das gleich ist.
Mir wird immer klarer, dass die Fische in einen Teich gehören. Ich hätte da schon einen im Auge, aber werden die zwei das überleben? Es mag albern klingen, aber sie sind mir ans Herz gewachsen und keinesfalls möchte ich ihnen schaden!
video

Donnerstag, 15. April 2010

Agnes Feders Tagebuch


Das Mittel gegen Frühjahrsmüdigkeit: Bewegung. Es hilft zuverlässig, ich hab's ausprobiert. Gestern dachte ich schon, mir fällt der Kopf auf die Tastatur und konnte nur mehr verschwommen sehen.

Nach der Arbeit bin ich mit einer Kollegin zum "harten Qigong"-Training gegangen, Kungfu im Tempel der Shaolin. Oh ja! Ich war sowas von wach! Großartig!

Der graue Himmel macht mir gar nichts - ganz im Gegenteil - wie kräftig die Bäume nun ausschlagen, das Grün sich vertieft, alles zu blühen beginnt, so will ich mich auch fühlen, das ist mein "Bild"....

Montag, 12. April 2010

Agnes Feders Tagebuch


Paps hat Zucker, also Diabetes. Ist das vielleicht, weil Mette gestorben ist? Dabei, er redet nie über sie, kann mir aber vorstellen, dass er sich einsam fühlt. Ach, er müsste wirklich mehr unter die Leute kommen.

Der Arzt hat ihm jedenfalls sofort Medikamente verschrieben, auf die Paps fast krepiert wäre - Durchfall, Schwindel, Verwirrung. Am Beipacktext sind natürlich all diese Nebenwirkungen aufgezählt und noch die Wechselwirkungen mit den anderen Medikamenten, die Paps auch einnimmt. Dem bin ich nachgegangen und habe in der Apotheke gefragt (die haben das doch studiert, oder?) - da wollte die Frau Magister mir doch glatt keine Auskunft geben!!!

"Wenn der Arzt das verordnet, dann muss man das nehmen...der Arzt weiß schon, welche Wechselwirkungen es gibt."

Das war das Ende meiner Sanftmut.
Und die Frau Magister hat mir dann widerwillig doch noch in den Computer geschaut. "Ja, da könnte es Probleme geben mit dem Blutdruckmedikament..."
- auf die Niere geht das Pulverchen natürlich auch, aber wen interessiert schon, dass Paps letztes Jahr fast Nierenversagen hatte?

Na gut. Selber denken.

Paps jedenfalls verweigert jede weitere Einnahme dieser Hämmer.

"Die bringen mich um, Nessi."

Also einen Termin bei einer Diabetes-Spezialistin ausmachen - Termin: nächsten Monat

Paps hält Diät und misst seinen Blutzucker, der schon deutlich runtergegangen ist, unter 140. Ich kann mir gut vorstellen, dass Paps es ohne Medikament schafft!

Wohlgemerkt: Der Arzt hat ihm nichts zum Messen gegeben, das haben wir gekauft und er hat ihm auch keine Info zur Diät gegeben, das Buch habe ich Paps besorgt.

Habe noch ein anderes Buch entdeckt, von einem Arzt, der beschreibt, welche Alternativen und Möglichkeiten außer Medikamenten es gibt, um den Blutzucker in den guten Bereich zu kriegen. Das werde ich durchackern.

Maria Treben empfiehlt übrigens Schwedenbitter und Brennesseltee, das macht Paps auch schon.

Er ist ganz enthusiastisch und ehrgeizig. "Ich lass mich doch nicht umbringen!" sagt er und richtet sich zu voller Größe auf. Ich glaube fest daran, dass er das schaffen wird.

Freitag, 9. April 2010

Agnes Feders Tagebuch


Wie müde kann man sein?

Wenn das die Frühjahrsmüdigkeit ist, dann freue ich mich auf den Sommer - ich kann kaum die Augen offen halten und alleine Dank meines Assam Typhoo schlägt mein Kopf nicht alle 10 Minuten auf der Schreibtischplatte auf.

Die Buchstaben am PC verschwimmen und am WC habe ich den Lichtschalter statt der Klospülung betätigt. Dachte schon daran, einen Alzheimer-Test zu machen.

Werde das Wochenende damit verbringen, Brennesseltriebe zu suchen und mir daraus Suppe zu kochen. Was noch? Bärlauch, Löwenzahn, hmm...schaue lieber noch bei Maria Treben nach, die hat die besten Tipps. Und Qi Gong üben!

Den Brief meiner Mutter trage ich immer bei mir. Hin und wieder falte ich ihn auf und streiche über ihre Schrift, da ist sie mir ganz nahe, wie früher...Gott ist das lange her, alles liegt bereits hinter dem Schleier des Vergessens. Nur im Herzen das Gefühl, das ich für sie hatte und habe, das ist ganz frisch und unmittelbar. Unvergänglich.

Mittwoch, 7. April 2010

Agnes Feders Tagebuch


Diese Kröte...ja, ja, ich weiß, Tote soll man ruhen lassen, aber es muss Ausnahmen geben! Habe gestern die letzte Schachtel aus Mettes Nachlass aussortiert.

Also, ich bin fassungslos.

Nicht alleine, dass ich ja schon früher eine beachtliche Zahl Sparbücher gefunden und meine Kinderzeichnungen wiederentdeckt habe, jetzt fand ich auch einen Brief meiner Mutter an mich - den hat Mette einfach unterschlagen, einfach so - sie hat einem Kind die letzten Worte seiner Mutter gestohlen - was ist das für eine Bestie? Was hab' ich ihr getan, dass sie so etwas tut? Ich verstehe diese Frau nicht.
Das ist so aufwühlend, kann kaum hier sitzen und arbeiten.

Sonntag, 4. April 2010

Agnes Feders Tagebuch


Das Osterfest - vormals, also vorchristlich - Zeit tagelanger Feiern und orgiastischer Feste - heute? Für 50% der Österreicher eine gute Gelegenheit, einen Kurzurlaub zu machen. Für einige immer noch ein Kirchenfest, ein Fest, um der Auferstehung Christus' zu huldigen.


Das ewige Leben feiern, das macht Sinn. Nach all der Kälte und für viele Menschen in alten Tagen, nach dem Hunger, wieder Hoffung und Lebensfreude spüren.

Das Lebensrad dreht sich, was geendet hat, wird wieder beginnen, was beginnt, muss enden.

Nur im Tao, in der Einsheit, ist alles ungeboren, ungestorben - kein anderer Ort, sondern jetzt, hier, soeben.