Dienstag, 29. Juni 2010

Agnes Feders Tagebuch


Heute heißt es Abschiednehmen von MagistaAnna.

Sie bekommt ein herrliches Biotop, viel Platz zum Schwimmen, Grundeln, Genießen. Ich bin sehr froh. MagistaAnna hat wegen dem Stress, den ihr Finn gemacht hat, ihre orange Farbe fast völlig verloren. Anders als ich vorher annahm, liegt das doch nicht am Futter und jetzt bin ich gespannt, ob MagistaAnna im Biotop zu ihrer alte Farbe zurückwechseln wird.
Wie auch immer, ich kann es kaum erwarten, sie frei schwimmen zu sehen. Dieser Umzug soll ihr letzter Stress sein.

Agnes Feders Tagebuch


Ein wunderbarer Tag beginnt mit einem schönen Traum.
Es war eine sanfthügelige Landschaft, kleine Wälder hier und dort, der Himmel war ganz nah. Ich ging den Hügel hinauf, wusste wie mein Ziel aussah, es war mir völlig vertraut. Die steinernen Riesen erschienen, ich näherte mich respektvoll, drang nicht in den inneren Kreis ein.
Die Weite und Schönheit die mich umgab, die Kraft und Magie des Platzes, waren in mir, ich in ihnen. Es gab nichts weiter zu tun, als da zu sein.

Montag, 28. Juni 2010

Agnes Feders Tagebuch


Ameisen, Ameisen, Ameisen - ja, die Insekten werden die Weltherrschaft übernehmen, daran führt kein Weg vorbei. Noch wiegen wir uns in selbstherrlicher Überheblichkeit, glauben sie mit Insektenspray, Gelsenstecker, Fallen, Läuseshampoo ect. verdrängen zu können - eine Illusion!
Es sollte der Mensch im Einklang mit der Natur leben, also auch mit den Insekten - aber in meinem Haus???

Sie haben versucht, meine Küche zu übernehmen, wir kämpften Ameisenheer gegen Mensch. Für's Erste habe ich die Schlacht gewonnen, doch den Krieg? Nun, ich bleibe wachsam...

Dienstag, 22. Juni 2010

Agnes Feders Tagebuch


Ohjemine, bitter, sehr bitter...sieht ganz schlecht aus für den heurigen Nußlikör! Dabei habe ich mich schon so auf den gefreut - der vom vorigen Jahr ist ja schon weggetrunken - sehr, sehr gesund, natürlich. Aber nach diesem Frühling wird nichts aus dem braunen, bittersüßen Mageneinrichter.
Der Baum trägt keine Nüsse, selbst die Blätter sind mickrig und teilweise braun.

Ist es der viele Regen, der Wechsel zwischen kalt-heißem Wetter?

Oder geht der Nussbaum ein? Kann doch nicht schon wieder etwas unter meiner Pflege eingehen, erst Finn, jetzt der Baum...das ist wirklich nicht OK!

Samstag, 19. Juni 2010

Agnes Feders Tagebuch


Klassentreffen in der Schule. Wirklich eigenartig, nach so langer Zeit in "seine" Schule zurückzukehren. Die Lehrer ergraut, aber immer noch da, die Erinnerungen verblasst, die Klografitis unverändert.

Die Schulfreunde äußerlich fast unverändert, die Stimmen klingen wie früher, die Gesten, Bewegungen, man erkennt sich sofort wieder. Manche haben traurige Augen bekommen - oder waren die damals schon so gewesen? Vielleicht sehe ich jetzt genauer hin, weil ich weniger mit mir selbst beschäftigt bin.

Rede mit Kolleginnen, die ich acht Jahre lang kaum wahrgenommen habe mehr, als in der ganzen Schulzeit. Warum war das eigentlich damals so? Lauter wertvolle Menschen, bereichernd. Der Schmäh rennt, es ist lustig und gute Gespräche fehlen auch nicht.

Jeder hat diese Jahre anders erlebt, dasselbe Setting, ganz verschiedene Erfahrungen. Sehe meine Pubertät mit anderen Augen und bin sehr, sehr froh, dass diese Zeit vorbei ist.

War ein guter Abend.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Agnes Feders Tagebuch


Eine schöne Insel in der Südsee....das ist es, was mir jetzt richtig gut täte. Heinrich hat es angeboten.

Tatsächlich ist aber der erotische Notstand nicht so groß wie die Abneigung, denselben mit Heinrich abzubauen. Es hilft nichts, Heinrich kommt mir nicht ins Bett. Auch nicht in der Südsee.

Urlaub in England wäre genau nach meinem Geschmack. Wiesen, Wälder, Tearooms,...Finanziell ist leider totale Ebbe. Bin schon sehr froh, dass ich die Seminare bei Carla ausbezahlt habe. Mit der Ausbildung bin ich praktisch fertig. Den Reiki-Meistergrad werde ich bei Zeiten machen. Das will ich nicht überstürzen, es sollte dafür eine bestimmte innere Reife gegeben sein. Das dauert noch. Sonst wäre mir der Heinrich nicht in die Quere gekommen.

Werde wieder mehr Zazen sitzen und Reiki üben.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Agnes Feders Tagebuch



Fin ist tot.


Konnte Finns Leiden nicht weiter mitansehen. Also habe ich Heinrich angerufen - er ist Arzt, zwar für Menschen, aber immerhin. Er ist auch gleich gekommen und meinte, der Fisch wird sicher nicht mehr, man muss ihn töten. Das konnte ich selbst nicht machen, aber Heinrich hatte da kein Problem, hat sich den Hammer geschnappt und das Netz, um Finn rauszufischen.
Es mag lächerlich klingen, doch ich bin in die Küche gelaufen und habe für Finns Seele gebetet. Dann der Hammerschlag, dachte, er trifft mich ins Herz, ich fühlte das Leben entweichen, ach, es war traurig.
Heinrich entsorgte Finn sogleich, reinigte den Hammer und wollte dann Fußball-WM schauen. Als er hörte, dass ich keinen Fernseher habe, war auch er entsetzt und verzweifelt, setzte sich in seinen Porsche und zischte ab.

Ärzte sind anders. Männer sind anders. Definitiv.

Dienstag, 15. Juni 2010

Agnes Feders Tagebuch


Finn geht es gar nicht gut. Die Hitzewelle ist vorbei, er hängt noch immer voll schief. Mir kommt vor, sein Bauch ist dicker geworden und er gackst nicht, bestenfalls dünne, durchsichtige Fäden.


Können Fische Verstopfung haben?


Geht man mit einem Fisch zum Tierarzt?


Sollte ich ihn gleich "erlösen"? - Och, das kann ich nicht! Kann doch nicht den Finn erschlagen! Mist, Mist, Mist....und wenn ich Ashley vielleicht ran lasse....nein, das geht auch nicht, grauslich.


MagistaAnna scheint verwirrt durch Finns Apathie. Sie istwomöglich an diesen Grobian und seinen Marotten gewöhnt. Nun, für sie habe ich einen guten Platz gefunden. Bei einer Freundin im Gartenbiotop. So bald wie möglich wird sie umgesiedelt, halte diese Dramen im Aquarium nicht mehr aus.

Montag, 14. Juni 2010

Agnes Feders Tagebuch


Heinrich hat mich überfallen. Nicht wirklich, sondern geistig sozusagen. Stand einfach am Wochenende vor der Gartentür, samt Porsche Cabrio. Schlau wie er ist, hat er nicht angerufen, sonst hätte ich ihn abgewimmelt. So hat er mich schließlich doch überredet mit ihm ins Waldbad zu gehen.

Ich will ja nicht maulen, es war ein netter Nachmittag, heiß - von der Lufttemperatur gesehen - nicht von Heinrich in Badehosen gesprochen. Wobei, er sah das anders.

Nun ja, er hat sich Mühe gegeben und hat durchaus etwas weniger vom Job geredet. Immerhin. Natürlich hat er mich nach Hause gebracht und noch ein Gläschen getrunken, alles andere konnte ich ihm ausreden. Ich war froh, als er wieder weg war. Werde ich schon schrullig?

Ashley mag ihn übrigens gar nicht. Und Heinrich hat Katzenallergie. Wenn das kein Zeichen ist...ich denke doch.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Agnes Feders Tagebuch


Die Fische machen mir Sorgen.

Finn hat Schräglage - kein gutes Zeichen für einen Fisch. Er beißt MagistaAnna auch nicht mehr in den Po. Ich fürchte, er macht's nicht mehr lange.

Habe ein schlechtes Gewissen wegen ihm.

"Ich bin doch nur der Aufpasser, ich hab dich nicht eingesperrt." sag ich ihm, aber es ist ihm wurscht, hockt einfach hinter der Höhle, die vom Putzi bewohnt ist. Wenn er sich überhaupt bewegt, dann schleppt er seine Schwanzflosse über den Kies, lustlos, erschöpft. Ich kann nur hoffen, dass er sich nach der Hitzewelle erholt, - ja, dass er die Hitzewelle überlebt.

Dienstag, 1. Juni 2010

Agnes Feders Tagebuch


Der Kranich ist ein ausdauernder Flieger - bis zu 2000 km lange non-stop-Flüge legen sie hin. Die Ausdauer, die sie im Flug besitzen, tragen sie in ihr Leben hinein. Sie wählen ihren Partner fürs Leben und sind so Symbol für Treue und tiefe Liebe geworden. Auch ihre Qualitäten als Eltern sind vorbildlich.

Auf der anderen Seite ist der Kranich ein hervorragender Jäger und der Kampf mit der Schlange ist legendär. TaiChi, QiGong und Kungfu haben ihn zum Vorbild erwählt.


"Mögest du lange leben und so glücklich sein wie ein Kranich."