Donnerstag, 30. Dezember 2010

Agnes Feders Tagebuch


Der Kranich steht im eisigen Wasser, seine Beine so dünn und nackt, doch kein Zittern, kein Schwanken erfasst ihn, der Kranich steht.
Er schnappt sich den Fisch, fliegt zufrieden an Land.
Wir sehen seine Anmut und Stärke, den edlen Schwung seines Halses, die feine Zeichnung des Gefieders; ihm ist es gleichgültig.
Wir frieren, jammern über die tauben Glieder, schimpfen über die Eiseskälte des Winters,
der Kranich steht im eisigen Wasser und fischt.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Agnes Feders Tagebuch


Ich konnte Paps zu einem Spaziergang überreden. Die eisige Kälte, von einem erbarmungslosen Wind vorangetrieben, hat uns jedoch nicht lange bleiben lassen. Nur wenige Menschen, die sich überhaupt hinaus wagten! Die Landschaft lag dennoch so friedlich vor uns, von Weiß und Schwarz geprägt, als hätte die Kälte alle Farben verschluckt.

Es genügt ein Windstoß und die Wolkendecke reißt auf. Kaum dass die Wintersonne enthüllt ist, lebt alles ringsum auf, ein Schimmern und Glitzern bezaubert; unter dem Eis ruhen die Karpfen und warten. Es ist versprochen, die Tage werden länger, die Hoffnung auf Wärme und Lebenskraft wächst.

Samstag, 25. Dezember 2010

Lebenskunst


Alles ist Eins

Frieden finden heißt
die Essenz erkennen

Den Ton wahrnehmen 
den allein das Herz hören kann

Sonntag, 19. Dezember 2010

Agnes Feders Tagebuch


Alles läuft gut - Paps hat wieder jemanden, der mit ihm Schach spielt, Ashley meidet die Kälte und kuschelt sich viel öfter zu mir ans Feuer - sein Pelz ist prächtig! - im Büro sind wieder alle da und keiner verbreitet Panik und Hektik.

Meine Ausbildung bei Carla neigt sich dem Ende zu. Die Meisterin will ihre Schülerin in die Welt entlassen, - allein, es fehlt etwas - ich kann es nicht benennen. Ein Durchbruch im Denken, ein Erlebnis, welches alles klärt...ich werde es erst wissen, wenn es da ist, wenn ich es unmittelbar erlebe, soviel ist sicher.

Derweilen schenkt mir Theres ihr Vertrauen - und ich freue mich so sehr darüber! Seit ich aus London zurückgekommen bin, waren wir doch gewissermaßen entfremdet. Da hat keiner "Schuld", ich weiß, dass ich mich sehr stark verändert habe. Aus ihrer Sicht war ich mit einem Male extrem - in der Zenpraxis, Reiki und Naturversunkenheit. Heute stehe ich mit jedem Bein in einer anderen Welt und doch gibt es nur eine.

Surya Namaskar


Ich, Mensch

zwischen Himmel und Erde gespannt

verbunden

es strömt die eine Kraft

Kreislauf ohne Anfang und Ende

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Lebenskunst


In Meditation gehen - in die Mitte gehen.

Sein, ohne zu denken.

Sein, ohne zu bewerten.

Sein.

Ein Rausch ohne Mittel.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Agnes Feders Tagebuch


Magische Worte, Zaubersprüche...macht es einen Unterschied, etwas auszusprechen - etwas anzusprechen - oder es im Geist zu beschwören? Es niederzuschreiben? Können Gedanken materialisieren?

Die tausend Buchautoren, die ihre Weisheit über positives Denken, NLP, und Bestellungen beim Universum niedergelegt haben, sind ja davon überzeugt.

Was sagt der schonungslose Selbstversuch: Ich habe der Situation im Büro Reiki gegeben, absichtslos - nun ja, schon mit dem kleinen Hinweis, dass sich die Situation zu unser aller Wohlbefinden verändern soll. Und tatsächlich - Kollegen kommen aus dem Krankenstand zurück (mit guter Laune), Problemfälle nehmen eine unerwartete Wendung, die Stimmung hebt sich.

Magie?

Es ist nichts weiter geschehen, als dass ich aufgehört habe, mir leid zu tun, meinen Groll gegen das Schicksal loszulassen. Stattdessen habe ich mich dem Licht und der Liebe geöffnet, das Leben angenommen und vertraut.

Das einzig "magische" ist die Liebe. Weg mit den Anführungszeichen!

Liebe ist magisch.

Liebe ist unsterblich - das feiern wir in den längsten Nächten des Jahres.

Montag, 13. Dezember 2010

Agnes Feders Tagebuch


Was soll das? Was ist los? Mein Schreibtisch quill über, das Telefon steht nicht mehr still, mein Chef beschließt krank zu sein und mir seine Aufgaben zu übertragen, die ganze Klinik steht Kopf...

Hallo Adventzeit...ruhig, besinnlich?

Alles muss bis zur "Deadline" = Heiliger Abend fertig sein, als wäre danach nichts mehr, als dürften wir nachher nicht mehr arbeiten. Großer Denkfehler!

Wenn wir völlig entnervt und aufgelöst unter den Christbaum sinken, uns die liebe Familie am Geist geht, die Geschenke doch nicht perfekt sind, wissen wir wie jedes Jahr - das war's einfach nicht wert.

Also bitte daran erinnern, liebe Leute, die ihr mir eure Arbeit umhängen wollt, relax, es passiert nichts, wenn das eine oder andere nach Weihnachten erledigt wird. Das Christkind kommt trotzdem, wir müssen nicht extra brav sein. Das haben sie nur für die Kinder erfunden, um ein Druckmittel zu haben. OK?

Sonntag, 12. Dezember 2010

Lebenskunst


In sich gehen -


den Innenraum erschließen

dem Licht folgen

in die Tiefe

nach innen

zur Quelle.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Agnes Feders Tagebuch


Neulich im Wald - der Schnee verdampfte zu Nebel und hüllte alles in seine milchweißen Schleier - traf ich auf eine Gruppe Schneemänner und Schneefrauen.

Fleißige Kinderhände haben sie gerollt, geformt, verziert und haben ihnen - ja, warum zögern es auszusprechen - soetwas wie Leben eingehaucht. Gräser, Blüten, Beeren, Äste...alles was sich auf Wald- und Wiesenboden finden lies, schmückt sie, gibt ihnen Persönlichkeit. Plastikfrei, metalfrei stehen sie da, die Schneemänner und -frauen, mit soviel Liebe gemacht, ein Stück Kindheit haben sie in sich aufgenommen.


Mit dem nächsten Fönwind werden sie schmelzen und das allerschönste - NICHTS wird zurückbleiben, das Wasser wird die Wiese benetzen und fruchtbar halten, die abgestorbenen Pflanzen kleine Tiere nähren.


Vielleicht sickert etwas von der Freude und Hingabe der Kinder in den Boden und zeigt sich über die Blüten im Frühing wieder.
Das wurde mir gefallen.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Agnes Feders Tagebuch


Mein "Um Himmels Willen"-Mann ist aktiv geworden. Voller Freude stürzt er sich auf meinen Eisenmangel und weil mir ja sonst nichts fehlt, mit einer Intensität, dass ich fürchte, morgen das Zeitliche segnen zu müssen. Tabletten hat er mir in die Hand gedrückt und eine Standpauke gehalten, woran ich jetzt alles sterben kann. Ich soll bloß nicht auf die Idee kommen, mit meinen Kräutern mich selbst heilen zu wollen. Mit Kräutern, Ernährung und dem ganzen Hokuspokus ist da nichts zu machen.

Heinrich, ach Heinrich - ich hab' bald ein Lied für dich beisammen, so nervst du. Ich werde keine Anämie bekommen und auch sonst nichts. Es geht mir total gut, solange du mich nicht krank redest. Entspanne dich wieder. Dies ist nicht dein Sprungbrett in mein Bett.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Lebenskunst


Lege deine Hände auf;

auf deine Augen, deine Ohren,

dein Herz;

auf die inneren Organe.

Sei dankbar, lächle ihnen zu.

Lächle dir zu.

Dies ist dein Schatz.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Agnes Feders Tagebuch


Claudius sitzt wieder dauernd bei mir herum - wiedermal eine seiner Beziehungen in die Binsen gegangen. Der Typ hat einen Verschleiß....der ist aber auch nicht einfach. Wenn ich mir seine Geschichten anhöre, bin ich heilfroh, ohne Beziehungskiste auszukommen. Claudius käme sowieso niemals in Frage, Heinrich ist ein "um Himmels willen" und auch sonst gibt es keinen, der mich begeistern könnte.

Siebert konnte es, er hat mich zum Lachen gebracht, zum Träumen, mit ihm war ich ganz. Nein, ich stelle keine Fragen, kein Warum, keinWieso einerlei, es ist nun mal so gekommen. In meinem Herzen lebt er fort, unauslöschlich.
Ich bin die Rose im Schnee, noch schön, doch längst erfroren.