Sonntag, 30. Januar 2011

Lao Tse


"Das Weichste in dieser Welt überwindet das Härteste;

Das Nichts kann dort sein, wo kein Raum ist.

Daran erkennen wir den Wert des Nicht-Tuns.


Lehren ohne Worte,

beim Tun im Nicht-Tun verweilen:

das verstehen nur sehr wenige."


aus: Lao Tse, Tao-Te-King, Diogenes, 43

Samstag, 29. Januar 2011

Agnes Feders Tagebuch


Bin wieder auf den Beinen. Da ist einiges zusammengekommen - mein Chef macht Druck, was doppelt gemein ist, weil mein Vertrag ausläuft, Paps hat Grippe und braucht mich, meine Mandeln sind auch schon entzündet, das Auto gibt endgültig den Geist auf, Ashley ist nicht nach Hause gekommen (hoffentlich ist ihm nichts passiert - die Jäger ballern gerne auf Katzen).

Es fühlte sich an, als würde ich auf allen Ebenen versagen - als Tochter, im Job, als Katzenhalterin, als Freundin sowieso. Immer diese hohen Ansprüche an mich selbst! Bei dieser Unerbittlichkeit braucht man keine Feinde mehr.

Ich habe in meinem Traumtagebuch gelesen und bin auf Sishla Vems Worte gestoßen.

Ich bin vollkommen unvollkommen. Das kann mir keiner nehmen. Lache mein Ego aus und werde bärenstark.

Donnerstag, 27. Januar 2011

Agnes Feders Tagebuch


Krisenzeit. Letzte Nacht ist alles wieder hochgekommen. Die Verstorbenen, die Morde, Siebert...diese Einsamkeit, diese Kälte.


Es kommt der Punkt, an dem alle Tränen geweint sind, an dem man am Boden liegt, geschrumpft zu einem nichts.

Kein Selbstmitleid mehr, keine Hoffnung, keine Verzweiflung.

Ausgehöhlt.

Doch ganz tief drinnen ist etwas übrig, unauslöschlich.

Es kommt ein neuer Morgen und das Leben beginn, als hätte es nie geendet.

Die Sonne flutet die dunklen Räume,

es ist wieder Platz.

Es geht weiter.

Dienstag, 25. Januar 2011

Agnes Feders Tagebuch


Die Wärme der vergangenen Woche hat die Palmkätzchen herausgelockt. Und jetzt wieder Schnee und Frost. Die Weiden sind robust genug das auszuhalten, allerdings habe ich keine Ahnung, ob die Palmkätzchen im Frühling weiterblühen können. Sollte ich beobachten- nicht vergessen.
Schließlich heißt es doch, Weidenblüten wären die erste Nahrung der Bienen nach dem Winter.
Wahrscheinlich sorgen die Imker für die Bienen, wenn es kein Futter gibt. Aber was ist mit Wildbienen? Gibt es überhaupt noch welche?
Gut, dass man sich beim Klimagipfel auf eine maximale Erderwärmung von 2° geeinigt hat - bleibt nur zu hoffen, dass sich das Papier, auf dem das festgeschrieben wurde, auch wirklich daran hält! Wenn nicht, dann verbrennen wir es zur Strafe, jawohl!
Auf das bisschen CO2 kommt es auch nicht mehr an.

Sonntag, 23. Januar 2011

Lebenskunst


Schlafen, wenn es dunkel ist;

Lachen - im hellen Glanz der Sonne!

Agnes Feders Tagebuch


Dies ist heute für kurze Zeit mein Begleiter gewesen - trotz kräftiger Hörner ein sehr freundliches Geschöpf, dieser Herr Bock. Ein Stück des Weges gingen wir Seite an Seite.
In Ziegenaugen zu blicken finde ich jedesmal unglaublich aufregend, das mag an ihren rechteckigen Pupillen liegen, doch da ist noch mehr.


Die Ziege/der Ziegenbock ist seit langem Gefährte der Menschen, nach archäologischen Funden zufolge schon seit dem 11. Jahrtausend vor Christus. Wenn das nicht lang' ist!
Mit dem Ziegenbock verband man in fast allen Kulturen Fruchtbarkeit und feierte zu Weihnachten #Julbock#, das Wiederkehren der Fruchtbarkeit auf den Feldern. Das Tier war Thor geweiht und Ziegen, die durch Blitzschlag ums Leben kamen, durften nicht verzehrt werden, denn sie gehörten Thor.

Mit der Christianisierung wurde das hochgeschätzte Haustier dämonisiert, wurde zum Teufel. Ja, so kann's einem ergehen, wenn die Herrschaft wechselt, schließlich braucht es immer einen #Sündenbock#.

Dennoch konnten die Menschen, vorallem die ärmeren Schichten, nicht umhin, vom Fleisch, der Milch und dem Leder der Ziege zu zehren.

Erinnert mich an das eine und andere Schicksal von Menschen...

Dienstag, 18. Januar 2011

Agnes Feders Tagebuch


Anscheinend zeichne ich nicht nur Elfen und sonstige Waldgeister, möglicherweise bin ich - irgendwie - eine vom kleinen Volk. Nur ein Scherz, natürlich! Weil ja Eisen (rostige Nägel und dgl.) vor lästigen Kobolden und Co. schützt. Jedenfalls will das Eisen nicht in mich rein, zumindest nicht in Kapselform, die machen bestenfalls Durchfall.

Also Plan B: Ich habe selbstredend längst ein Buch über "Essen bei Eisenmangel" und weiß, welche Lebensmittel reich an Eisen sind. Lustigerweise hatte ich auf die, z.B. Linsen, die längste Zeit schon Heißhunger. Zu den Mahlzeiten trinke oder esse ich immer Vitamin C hältige Sachen, das hilft dem Körper, das 3wertige Eisen in 2wertiges umzuwandeln und aufzunehmen. Dann gibt es da noch einen Heilpilz, der ebenfalls eisenhältig ist und den ich in Kapselform morgens und abends einwerfe. Ach ja, und Brennesseltee natürlich. Der darf nicht fehlen.

Mit Schwarztee passe ich auf, nicht zu nahe an den Mahlzeiten dran zu sein, weil er die Eisenaufnahme hemmt, genauso wie Milchprodukte und Kaffee.

Sogar Heinrich, der sich zu meinem Leibarzt ernannt hat, ist bei Plan B relativ entspannt, wenn auch nicht glücklich. Bin schon sehr neugierig, wie die Blutuntersuchung Ende Februar ausfallen wird.

Sonntag, 16. Januar 2011

Lebenskunst


Regen, Schneeschmelze - die Donau flutet die Ufer, reißt Bäume und Astwerk mit sich, nichts und niemand ist vor den Wassermassen sicher. Ein toter Schwan treibt zwischen Stämmen, Boote sind mit Wasser gefüllt.

Der Strom unterscheidet nicht, er nimmt alle mit auf seinem Weg. Er ist nicht Gut und nicht Böse, nicht grausam, nicht heilig.

Er fließt einfach weiter, absichtslos, Heim, ins Meer.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Agnes Feders Tagebuch


Nie fällt das grüne Laub des Efeus mehr ins Auge, als in der kalten Jahreszeit. Die Farbtupfen sind eine Augenweide und die kleinen, doch überaus kräftigen Wurzeln bewundernswert.
Und das nicht erst seit heute - bereits die alten Ägypter weihten den Efeu Osiris und in der Antike war es Dionysos und Bacchus, die die Ehre bekamen. Er ist Vorlage ungezählter Dekors, beliebte Gartenpflanze und auf vielen Gräbern zu finden. Das liegt sicher an seiner anspruchslosen Pflegebedürftigkeit, vielleicht auch weil er Symbol für Freundschaft und Treue ist.


Dem Efeu wohnen nicht alleine dekorative Kräfte inne, sondern auch heilende. In Hustensäften kennt wohl jeder das Efeuextrakt der Blätter. Er soll auch bei Juckreiz der Haut eingesetzt werden. In der Homöopathie nutzt man seine Energie einerseits für Bronichalerkrankungen, andererseits auch bei Magen-Darmproblemen, für Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse.


Von den Früchten, kleine dunkle Beeren, sollte man jedoch die Finger lassen. Könnten recht giftig sein.

Sonntag, 9. Januar 2011

Agnes Feders Tagebuch


Ich muss mich vor meinem Tagebuch entschuldigen, Abbitte leisten. Es geht um Heinrich, dem ich wahrlich Unrecht getan habe. Zuviele spitze Worte habe ich gegen ihn verwendet, habe ihn meine negativen Erfahrungen mit Männern und Ärzten ausbaden lassen.

Dabei erweist er sich immer wieder aufs Neue als aufrichtig und ehrlich. Mal kommt er auf einen Kaffee herauf, mal gehen wir Mittagessen, bei Veranstaltungen setzt er sich gerne zu mir, anstatt bei seinen Kollegen zu bleiben. Nach der Gesundenuntersuchung war er rührend besorgt. Heute kam er auf einen Nebelspaziergang vorbei. Er sah mein skeptisches Gesicht und erklärte, das sei alles nur Freundschaft - er wüsste längst, dass er bei mir nicht landen kann, aber warum sollten wir nicht Freunde sein? Was kann ich dagegen sagen? Mir ist jedenfalls nichts eingefallen.

Langsam gewöhne ich mich an seine Gesellschaft, er zähmt mich, wie der der kleine Prinz den Fuchs gezähmt hat. Schon seltsam, nicht? Nach "Harry und Sally" dürfte man das einfach nicht glauben.

Dienstag, 4. Januar 2011

Agnes Feders Tagebuch


Die partielle Sonnenfinsternis ist heute das Thema im Büro - überraschenderweise habe ich die Brille der Sonnenfinsternis 1999 gefunden und bin gut gerüstet.

Der Schwarze Mond schiebt sich vor die Sonne - fantastisch! Trotz Spezialbrille sind meine Augen vom Hingucken beleidigt.

Dabei - das Faszinierende sieht man ohne Brille. Das Licht verändert sich, es wird fahl, kühl, wie das dieser schrecklichen Energiesparlampen, man fühlt einen Verlust. Erneut kann ich mir lebhaft vorstellen, welche Verwirrung die totale Sonnenfinsternis bei Wildtieren auslöst.

Was sind wir ohne Sonne? Nicht mehr. So einfach.

Das wird zwar erst in 6 Milliarden Jahren (circa) sein, aber wohlgemerkt - es gibt ein Ablaufdatum. Wobei, ich könnte mir vorstellen, dass wir Menschen es schon vorher schaffen, uns hier den Garaus zu machen. Doch, so gut sind wir.

Die Sonne wird einfach weitermachen, bis sie zu einem "roten Riesen" wird, und später Mal zum "weißen Zwerg".

Was bleibt über?

Im Universum geht nichts verloren - gar nichts.
Das was wir sind, auch nicht.

Samstag, 1. Januar 2011

Agnes Feders Tagebuch


Heute ist es so deutlich still nach der Knallerei der Nacht. Man spürt förmlich das tiefe Schlafen der Menschen ringsum, die im Alkoholdunst ihres Atems besinnungslos ausruhen.

Hunderttausend Mal wurde Glück gewunschen, Vorsätze gefasst, Wünsche an das neue Jahr formuliert - ob es hilft?
Oscar Wilde meinte, wenn die Götter uns strafen wollen, dann erfüllen sie uns unsere Wünsche. Aber wer ist schon frei von Wünschen? Und wenn es alleine die Gesundheit ist - die Basis für alles Glück sozusagen.
Wir wollen in die Zukunft sehen, sie manipulieren und nach unserer Vorstellung formen, sind aber gleichzeitig nicht in der Lage, die Auswirkungen unseres Tuns vollkommen zu erfassen. Kleine Götterlehrlinge, die die Geister nicht loswerden, die sie riefen.
Mein Neujahrsvorsatz soll also heißen: Vorsicht mit dem Wollen und Wünschen! Achtsam sein für das, was gerade jetzt zu tun ist.