Montag, 25. April 2011

Agnes Feders Tagebuch



Alles Leben regt sich, platzt hervor aus der ausgeruhten Erde. Was für eine Kraft, was für mächtige Energien da wirken, die aus dem Nichts Fülle erschaffen. Wir nehmen die Fülle hin, als wäre sie immer da gewesen, vergessen die kahle Kälte des Winters.


Das ist das Fest, das wir feiern. Seit jeher. Unter verschiedenen Namen - doch wie unbedeutend sind Worte, nehmen die Sicht auf das was vorgeht - draußen in der Natur und drinnen in uns - lassen dieses draußen und drinnen erst entstehen.


Thich Nhat Hanh schrieb:

"Die Erde bringt uns Leben,

und sie ernährt uns.

Die Erde nimmt uns wieder zu sich.

Geburt und Tod sind in jeden Augenblick gegenwärtig."

aus: Thich Nhat Hanh, Klar wie ein stiller Fluß, Kristkeitz Verlag, 78


Mehr ist es nicht. Und nicht weniger.

Mittwoch, 20. April 2011

Shinjinmei



"Den Weg zu erlangen ist nicht schwer;



das einzige Hindernis ist die Wahl -



im Augenblick, wo man Worte gebraucht, trifft man eine Wahl.



Wenn da weder Hass noch Anhaftung sind, ist es so klar wie Tageslicht."






Shinjinmei; aus: Meister Joshu, Rein in Samsara, Angkor Verlag, 32



Sonntag, 17. April 2011

Agnes Feders Tagebuch


Bin über den Winter zur Prinzessin mutiert - klarer Fall von Devolution. Kaum dass der erste Spaten meine Handflächen berührt, werfen die zarten Händchen Blasen auf.

Dabei gibt es viel zu graben - ein neues Beetprojekt ist angesagt! Erste Erfolgsmeldungen aus den alten Beeten: Schnittlauch wächst wie wild, und es gibt Radieschenkeime, die den Angriff der Wühlmäuse, Katzen, Vögel...überstanden haben. Jaaaaa!

Zwischen den Johannisbeersträuchern sprießen die ersten Brennnesseln - die natürlich sofort im Topf landen. Gute Cremesuppe beispielsweise mit Kartoffeln und Gemüsebrühe - Brennnesselblätter erst ganz zum Schluss dazu, etwas Obers, pürieren, fertig. Ein leckerer Energieschub. Das erste Grün hat das meiste Qi! Jung, nach außen strebend, das kleine Yang des Frühlings will genutzt sein.

Donnerstag, 14. April 2011

Agnes Feders Tagebuch


Wer ist Tom Bombadil?

Wiedermal ist JRR Tolkiens "Lord of the Rings" in meinen Händen und Gedanken. Ich kann nicht sagen, wie oft ich es gelesen habe, nur, dass jedesmal eine neue Bedeutung hervorpoppt, sich ein Fenster öffnet, an dem man Jahre zuvor achtlos vorbeigelesen hat.

Wer ist Tom Bombadil? Goldbeere sagt, "Er ist." Das erinnert stark an, "Ich bin der ich bin.", also Bibelzitat.

Goldbeere lässt Frodo nicht ganz dumm sterben und erläutert kryptisch: "Er ist der Meister des Waldes, des Wassers und der Hügel." Da geht das Denken Richtung Besitz und Frodo fragt, ob Tom das ganze Land, in dem sie sich befinden, gehört. Goldbeere wird ganz ernst und meint, das wäre doch nur eine Last. Keiner hätte Tom jemals daran gehindert, durch Forst und Wasser zu streifen. Er hat keine Angst. Er ist der Meister.

Er ist der Meister.

Sollte sich jemals jemand gefragt haben, woran man einen Meister erkennt, sollte er die Kapitel mit Tom Bombadil lesen. Tolkien hat in dieser Figur die Weisheit eines Lebens - die Essenz der Philosophie, möchte ich sagen - so leicht, geradezu spielerisch gezeichnet. Dafür müssen manche 30 Jahre Zazen sitzen und wissen es immer noch nicht.

Was für ein Mann muss das gewesen sein, dieser Professor Tolkien. Eine Pfeife in der Hand, unter einem mächtigen Baum sitzend, so sehe ich ihn vor mir. Er hatte was zu sagen. Ein Glück, dass er es getan hat.

Bleibt noch die Frage, Wer war Goldbeere?


Sonntag, 10. April 2011

Agnes Feders Tagebuch


Kirschblüte in der Steiermark.

Nur ein Wochenende, nur 2 Tage, aber es fühlt sich wie Urlaub an. Die Sonne scheint so warm, die Haut saugt jeden Strahl auf, ausgehungert nach dem Winter. Ich liebe dieses weite Land, die sanften Hügel, ringsum Apfelblüten, Kirschblüten, Hasel und Birken, alles erwacht, sprießt üppig hervor. Freunde, gutes Essen und Trinken...das Leben ist schön!

Donnerstag, 7. April 2011

Agnes Feders Tagebuch


Erstes Outdoor-Qigong des Jahres.

Unter freiem Himmel, bauschigen Wolken, von einem lauen Wind umweht...was sonst sollte man tun als Bärenübung, Wolkenhände, 5 Elemente-Übung, Weide am Fluß...

Alle Anspannung, aller Stress ist nach einer Stunde des Übens verschwunden, ich fühle mich innerlich und äußerlich gereinigt, jede Zelle hat sich erneuert - mit frischer, vitaler Lebensenergie gefüllt.

Jeder kann das, es ist so leicht. Die Arme ausbreiten, das Universum darin umfangen. Albern? Nicht, wenn man es probiert, dann ist es mächtig...

Lebenskunst


Meine heile Welt

auf Messers Schneide

jeden Tag

welch Genuss

Montag, 4. April 2011

Agnes Feders Tagebuch


Bärlauchzeit.

Neumond ist die Zeit zum Bärlauchpflücken. Der Wienerwald ist voll davon, die Blüten kurz vorm aufspringen, perfekt. Nichts wie los, ein Papiersackerl im Gepäck und sammeln. Vorsicht ist geraten wenn die Maiglöckchenblätter sprießen, die sind tödlich. Besser die frühen Blätter ernten, bevor die Maiglöckchenzeit beginnt.

Dann hab' ich ein Pesto gemacht - ein Pesto! Ein Traum! Allein diese Farbe ist die pure Kraft und wenn man das Pesto isst, spürt man förmlich die Frühlingsenergie, die darin gespeichert ist.

Sogar Heinrich war begeistert. Nein, er war nicht bei mir - ich habe ihm eine Kostprobe mitgebracht. Und dann erzähle ich ihm, wie gesund das Kräutl' ist, wie es die Arterien reinigt und die inneren Organe - das ärgert ihn so schön. Hält immer noch nichts von Heilkräutern. Ha! Das muss er aushalten, wenn er mit mir befreundet sein will.