Freitag, 23. September 2011

Agnes Feders Tagebuch

Herbsttagnachtgleiche.
Die Apfelernte steht an, die Kürbisse sind eingebracht, noch können Kräuter geschnitten werden, um über den Winter gut versorgt zu sein. Salbeibüschel hängen von Haken in der Küche, es wird eingekocht und haltbar gemacht. Feine Spinnweben, von Tauperlen geziert, kleben in Gebüsch und Wiesen, nahe dem Hollerbusch.

Nochmal aus dem Vollem schöpfen, lachen, tanzen, Überfluss - aber auch wissen, dass es nicht so bleiben kann. Das Licht wird golden, Firnis legt sich über die Landschaft.
Herbstfarben erfreuen das Auge.
Heute Nacht feiere ich.

"Das Spirituelle muss seine eigene Form erschaffen können. Wenn ich sein Geheimnis nicht in mir selbst finde, so finde ich es nie." (Oscar Wilde)

Dienstag, 20. September 2011

Agnes Feders Tagebuch

Bestes Heilmittel gegen Beinhautentzündung (z.B. Tennisarm) ist Beinwell. Die Hauptanwendung ist äußerlich, als Umschlag.

ABER: Den kann man nicht mehr in der Apotheke kaufen. Nach hunderten von Jahren erfolgreicher Nutzung dieser Heilpflanze wurde der Verkauf verboten, wegen seinen "toxischen" (Alkaloide - werden kaum über die Haut aufgenommen) Inhaltstoffen, dank einer EU-Richtlinie, die (unmündige) Konsumenten schützen will. 

Könnte doch leicht passieren, dass sich Frau Mayer in der Apotheke 5 Kilo Beinwellmehl kauft und das übelrichende, klebrige Zeug in sich reinschaufelt um endlich einen ordenlichen Leberschaden zu haben. Da sind wir alle einfach auf der sicheren Seite, wenn man Beinwell nur noch in verarbeiteter Form kaufen kann. Das pharmazeutische Produkt Beinwellcreme ist auch einiges teurer als Beinwellmehl  - das wird Frau Mayer bestimmt nicht essen wollen.


Paracelsus' Auspruch - Jedes Ding ist ein Gift, es kommt nur auf die Dosis an - geht heutzutage ins Leere, in einer Gesellschaft, in der wir wohl Rauchen und Alkohol trinken dürfen bis Krebs und Zirrhose unser Ende besiegeln, allerdings eigenverantwortlich keine Heilkräuter verwendet werden sollen. Hier muss uns der Staat unbedingt schützen.

DANKE!
Was bleibt mir also übrig, als vollends zur Kräuterhexe zu mutieren und die "bösen" Kräuter und Wurzeln am Waldrand zu suchen beziehungsweise im Garten zu ziehen. Das bedeutet Vorräte anlegen, Zeit haben. Was machen die Kräuterfreunde, die das nicht können?

Ach ja, die können sich immer noch die teure Creme aus der Apotheke kaufen.

Mehr zum Beinwell hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Echter_Beinwell

Montag, 12. September 2011

Agnes Feders Tagebuch

Erntedank.
10 Kürbisse wachsen auf meinem Beet. Ein paar Kleine liegen oder hängen noch herum, vielleicht werden sie reifen, wenn der September weiter so verrückt heiß bleibt.
Der dickste von ihnen wiegt sage und schreibe 2 Kilo!
Unfassbar, wie stolz und dankbar man als Gärtnerin für eine solche Erdfrucht ist. Es ist ein Wunder. Sie hätten abfaulen können, von Schnecken zerfressen werden, verdorren - aber dieses Jahr wollte alles gut wachsen, gedeihen.
All diese Früchte stammen aus einem Samenkorn, in die Erde geschoben und feucht gehalten.
Es wirkt die Kraft der Erde und der Sonne, von Wasser belebt.

Erde - Sonne - Wasser ... die Dreifaltigkeit des Lebens.

Freitag, 9. September 2011

Agnes Feders Tagebuch


Schafgarbe, die Augenbraue der Venus.
Sie war auch der Lichtgöttin geweiht - im Frühling zu Ostara wurden der Göttin zu Ehren Eier mit den gefiederten Blättern der Schafgarbe umwickelt und gefärbt. (mehr dazu bei Wolf-Dieter Storl, "Mit Pflanzen verbunden")

Eine Pflanze für Frauen, denn sie hilft bei monatlichen Beschwerden, Unterleibsproblemen und in den Wechseljahren, kann man bei Maria Treben nachlesen.
Plötzlich wuchs sie wieder im Garten, verlangte nach meiner Aufmerksamkeit. Sie war die Antwort der großen Mutter auf meine Sorgen, so kam es mir vor, wenn ich in stiller Betrachtung vor ihr saß, ihren süß-würzigen Duft einsog und ihre Schönheit und Anmut bewunderte. Über einige Wochen trank ich dann Schafgarbentee und in dieser Zeit plagten mich keine Kopfschmerzen.
Wenn das keine gute Nebenwirkung ist!