Mittwoch, 30. November 2011

Agnes Feders Tagebuch


Heinrich nervt mich durch nicht-da-sein.

Hat denn niemand diesem Mann den "Kleinen Prinz" vorgelesen? Der Fuchs hat den kleinen Prinzen über das Wagnis aufgeklärt, das man mit einer Freundschaft eingeht, erklärt wie das ist, wenn einer den anderen zähmt, vertraut wird. Da kann man sich nicht einfach aus dem Staub machen und seinen Fuchs vergessen.
Auch wenn wir NUR Freunde waren, immerhin, das waren wir. Er hat meinen Fisch "euthanasiert", ich habe ihm bei seinen Schlafstörungen geholfen, das verbindet doch. Keine Besuche in der Mittagspause, kein Anruf am Wochenende, nichts.
Paps meint, ich soll Geduld haben. Heinrich ist halt ein Mann....als wäre das eine Krankheit. Nein, mein Lieber - ein Freund ist ein Freund, egal ob mit X oder mit Y-Chromosom, da gibt es keine Ausrede. Theres empfielt mir,  die "Harry und Sally"-DVD auszuleihen. OK. In nächster Zeit werde ich mich besser auf die X-Chromosom-Freunde reduzieren.

Sonntag, 13. November 2011

Agnes Feders Tagebuch

Über Nacht ist das gesamte Nusslauf zu Boden gegangen - der Frost war's. Es ist schon gut so, ein Mal mit dem Rechen drüber, und die Sache ist erledigt - aber es sind Berge! Berge! Die Rotbuchen haben ihr Laub gleich dazu geschmissen und ich könnte das Haus füllen mit der Blätterflut.

Die Arme brennen von der Arbeit, an den Händen habe ich Blasen, trotzdem mache ich weiter, bin dankbar für die Ablenkung. Heinrich hat eine Freundin - wie er mir das unter die Nase gerieben hat, hach - als hätte er sie sich nur zugelegt, um mich zu demütigen.

Halt - wir sind nicht zusammen, also bin ich nicht gedemütigt. OK. Anders.
Er will mir zeigen, was er für ein toller Kerl ist, der sich ohne Probleme eine Super-Frau zulegen kann, mit Körbchengröße D (die hat er selbst gemacht!), Beine, die bis unter die Achseln reichen (Bridget Jones weiß was ich meine!) und einen akademischen Titel besitzt.
Dabei habe ich mich schon so an ihn gewöhnt....gehe lieber wieder Laub rechnen....