Samstag, 22. Dezember 2012

Lebenskunst

Wintersonnenwende

Zwölf Nächte
zu Ehren des Kindes
Hoffnung in dunkelster Zeit

Tannenharz und Beifuß
eröffnen den Weg
zu sehen, was unsichtbar bleibt

Freitag, 14. Dezember 2012

Agnes Feders Tagebuch

"Ich kann nicht anders, ich muss meine Verwandten hassen.
Vermutlich deshalb, weil wir Leute, die dieselben Fehler haben wie wir,
nicht ertragen können." (Oscar Wilde)

Wahrscheinlich hat Oscar diese Zeilen zur Weihnachtszeit geschrieben - familientechnisch wohl die intensivste Zeit mit äußerst geringen Fluchtmöglichkeiten. Was durch die um diese Zeit ansteigende Mordrate hinlänglich bewiesen ist.

Obwohl ich meinen guten alten Paps liebe, - reizen tut er mich doch recht. Vielleicht hat Oscar ja des Pudels Kern gefunden. Warum also nicht die bevorstehenden Festtage als kostenfreies Intensiv-Selbsterfahrungs-Seminar umdeuten und mal richtig hinschauen, was es denn ist, was einem an den anderen so nervt.

Möglicherweise hat der Genervte sein Spiegelbild entdeckt?


Mittwoch, 12. Dezember 2012

Lebenskunst

Wandlung

Sand wird zu Schneekristall
und Frost schmerzt wie einst Hitze

Da ist etwas
es lässt mich nicht erstarren

Entzieht sich allem Wollen
bleibt All ein im Sein


Sonntag, 11. November 2012

Donnerstag, 8. November 2012

Agnes Feders Tagebuch

Slowfood - das ist ein nettes Wort. Weil halt nicht Fastfood.
Gut fände ich: Achtsam-Zubereitetes-Essen oder Awarefullness-Food.
Das wäre das Sahnehäubchen.

Langsames-Essen bedeutet auch Nicht-Schnell-Essen. Vielleicht auch langsame-Nahrung?
Hatte ich gestern - oh ja! Die beiden Kohlrüben aus dem Hochbeet hatten über 6 Monate Zeit zu wachsen, richtig langsam, ohne jede Eile haben sie sich aus Samenkörnchen herausgemausert, Wurzeln geschlagen, wochenlang als dünne Stängel herumgestanden, danach - ich kann nicht sagen ab welchen Zeitpunkt, doch irgendwann im Hochsommer war es dann wohl soweit - als dicke Stängel mich sehr verwundert. Sollten Kohlrüben nicht ein Bäuchlein kriegen?
Was ist los mit euch?- fragte ich sie oft und vergebens. Als der Entschluss in mir reifte, sie im Herbst auszureißen, überzeugten die beiden mit wunderschön geformten Blättern und der frohen Farbe Lila, dass sie als Deko bleiben durften. Ja, ich häufelte ihnen sogar Erde an, damit es bei Wind nicht zu wackelig wurde.

Ich glaube, das alles war ein Test - denn unmittelbar darauf setzten Kohlrübchen 1 und 2 Bäuche an. Mir wurde die große Ehre zuteil... Gestern habe ich Kohlrübchen 1 und 2 andächtig verspeist. Keine Spur von holzig - was nach der langen Zeit zu erwarten gewesen wäre. Überhaupt nicht wässrig, die Wurzel ungemein geschmackvoll, fest und doch weich, Kohlrüben, wie ich sie noch nie gegessen habe.

Danke, ihr guten Rübchen. Ihr seid der Kakao auf dem Sahnehäubchen!

 Und auch all die anderen, die so eifrig gewachsen sind - Fisolen, Karotten, Pastinaken, Porree, Erdbeeren, Radischen....ihr ward lecker!



Donnerstag, 1. November 2012

Lebenskunst

All Hallows' Eve

Schreibt es auf  Eure Grabsteine,
Kommerzialrat, Professor, Doktor,
Heilige und Scheinheilige,
liebender Vater oder Mutter,


Knochen sind Knochen.

Montag, 22. Oktober 2012

Lebenskunst

Meine Überzeugung
selbst der Lenker zu sein


entlockt dem Leben
nicht mal ein Stirnrunzeln

Montag, 15. Oktober 2012

Agnes Feders Tagebuch

Erntedank.
Die letzten Karotten und Pastinaken sind aus der Erde gezogen, auch Fisolen fanden sich an den Stangen und ein Porree in annehmbarer Größe. Das Apfelbäumchen hatte noch ein paar Äpfel bereit, wunderbar süß-sauer und sogar der Kohlrabi hat zu guter letzt beschlossen, ein Bäuchlein anzusetzen. Nicht dass ich davon leben könnte, aber für ein bisschen Mühe wurde mir feinstes Gemüse geschenkt.

Mehr als das. So verrückt es klingen mag, dieses selbst gezogene Grünzeug schmeckt lebendig!
Lebendiges Essen - da ist Qi drinnen, das den Körper auf zusätzliche Weise nährt, als mit bloßen Kalorien. Keine Spur von schlapp und müde, kein Bedürfnis nach einem Mittagsschläfchen - vielmehr fühlt man sich frisch und bereit.
Licht an - Ich komme!

Freitag, 12. Oktober 2012

Montag, 8. Oktober 2012

Agnes Feders Tagebuch


Was habe ich für eine niedliche Fliegenpilz - Kolonie im Wald entdeckt! Könnte einer Kinderzeichnung entstiegen sein.

Schon eigenartig - ein giftiger Pilz und doch ist er es, an den Kinder zuerst denken, sollen sie Pilze malen. Und dann ist er außerdem noch ein beliebter Glücksbringer. Schätze auf jeden Rauchfangkehrer kommt ein Fliegenpilz zu Silvester. Wie ist das möglich?

Zugegebenermaßen ist er optisch ein echter Hingucker. Das alleine kann es doch nicht sein, oder doch?
Was nicht so bekannt ist, der Fliegenpilz wird durchaus als Speisepilz verwendet - nicht nur von Hexen, nein, nein.
In Japan gilt er als Delikatesse. Gut, die Japaner sind für unsere Begriffe etwas exzentrisch, was ihre Speisegewohnheiten angeht, aber auch in der Gegend um Hamburg soll es traditionelle Fliegenpilzgerichte geben.
Ich würde es nicht ausprobieren wollen, doch wenn bestimmte Zubereitungsregeln eingehalten werden, wie stundenlanges einweichen in Wasser, kommt es zu keinen Vergiftungen und keinen Rauschzuständen, weil die giftige Ibotensäure sich hauptsächlich in der Huthaut befindet und wasserlöslich ist. Todesfälle sind laut Wikipedia nicht bekannt.

Der Fliegenpilz ist eng mit dem sibirischen Schamanismus verbunden und ich bezweifle nicht, dass auch in unseren Breiten die Rauschwirkung dieses Pilzes in vorchristlichen Riten eine Rolle gespielt hat. Wenn er da so vor einem steht, mitten im Wald, da hat er schon was provokantes, herausforderndes.
Seht her, auch das ist Realität. Märchen, Wahn, Rausch und Vergessen.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Agnes Feders Tagebuch


Ein Freund ist tot. Gestorben. Einfach so.
Nur wenig älter als ich.

Im Gras finde ich eine tote Libelle. Sie erinnert mich an ihn.
Ich lasse sie liegen. Die Naturwesen werden sie aufnehmen, in sich. Morgen schon wird die Libelle verschwunden sein.

Magie und Rituale...es kommt die Zeit der Stille, Abgesang auf den Sommer. Im Abschiednehmen erinnere ich mich der heilenden Kraft von Ritualen. Dies ist ihr Sinn. Wie konnte ich es nur vergessen?

Und wie Oscar Wilde schon beobachtet hat, ein Ritual muss aus mir kommen, aus meiner Quelle, sonst ist es eine Hülse ohne Inhalt, sinn-los.

Also bin ich still, warte was da kommt. Duftender Rauch, Feuer, eine Melodie, ein Bild in lichten Farben. Die Gewissheit, dass alles seinen Lauf nimmt, die Kreise sich schließen.

Mittwoch, 5. September 2012

Agnes Feders Tagebuch


Dinge die man nicht vernachlässigen sollte...

Die Pflichten sind mannigfaltig wie die Flöhe im Pelz von Ashley - Arbeit, Paps versorgen, Garten pflegen, das Haus in Schuss halten, in Peters Kanzlei aushelfen ect. ect. - darüber habe ich meine Qi Gong-Übungen vernachlässigt, weil zu müde, zu gestresst, zu wenig Zeit, zu...zu...zu...es fallen mir stets genug Ausflüchte ein.

Ein Schritt im "Kranich-Gang" hat mir gezeigt wo ich stehe - nämlich auf wackeligen Beinen. Und alle Zu's zerplatzen. Dumm ist bekanntlich nur, wer nicht aus seinen Fehlern lernt. So genieße ich wieder das Gras zwischen meinen Zehen, die achtsame Bewegung, das Qi, das wieder fließen kann, den Himmel, die Erde und mich dazwischen.

Mittwoch, 1. August 2012

Lebenskunst


Pinienhain

trockene Nadeln ringsum
bedecken den Boden
duften im Feuer der Sonne
nach Freiheit

Mittwoch, 18. Juli 2012

Lebenskunst




Sommerregen auf meiner Haut
lebendig bis in die Tiefen des Ursprungs
süße Lust und Befriedigung zugleich

Agnes Feders Tagebuch

Kleinen Besucher bei den Birken erspäht - wie kann ein Wesen so putzig sein, dass über dermaßen viele Stacheln verfügt? Oder gerade deswegen?
Auch die Rosen müssen sich schützen und die heilkräftige Brennessel wäre ratzeputz weg ohne ihre Nesseln.
Schutz ist in der Natur vorgesehen.
Ich könnte ein paar Stacheln, Dornen oder Nesseln gebrauchen - habe das von allen Seiten angefressen werden satt. Die Normans, Heinrichs und Jonnys dieser Welt sollen sich jemanden anderen suchen.
Der Vorsatz für die nächsten Wochen lautet daher: Halte Ausschau nach passenden Stacheln. Könnte Qi Gong um einen Kampfsport erweitern...mal sehen.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Lebenskunst

Metamorphose



Weiches wird hart
Hartes wird beweglich
Aufrechtes bricht
Totes nährt das Leben

Donnerstag, 21. Juni 2012

Agnes Feders Tagebuch

Wie lange kenne ich diese Lied schon? Jahrzehnte.
Und dann höre ich es das 5000ste Mal und BING.
Auf einmal macht der Text einen völlig neuen Sinn.

Mother Mary comes to me, speaking words of wisdom - Let it Be.

Der alte Zen-Meister sagte "Drop it."

Das ist eine Mega-Sprengung im Kopf. Gleich ist die Aussicht weiter, breiter, höher, tiefer.
Einfach genial.
Let it be

Mittwoch, 6. Juni 2012

Agnes Feders Tagebuch


Es gibt einfach wunderschöne Sätze. Sätze, die Bilder sind, die erst im Kopf gemalt werden.
So wie dieser:

"Bran could feel the flakes on his face, melting as they touched his skin like the gentlest of rains."
(George R.R. Martin, A Game of Thrones, Bantham Books, 396)

Ich kann die Flocke fühlen. Mitten im Sommer.
Dieser Autor ist Magier von Beruf.

Donnerstag, 31. Mai 2012

Wie war Barcelona?
Die Stadt ein Erlebnis - massenhaft Touristen, alle 5 Meter Tapas zum Essen, jede Menge Gaudi (ha! der Architekt natürlich). Wir sind abseits der Trampelpfade unterwegs gewesen, in Gassen, die vollkommen still waren, Plätze, wo nur ein paar Alte zusammengesessen sind. Eine Reiki-Therapeutin fand sich da und ein Ramschladen, mit wundervollem Silberschmuck.

Und der Strand. Hach. Der war einfach das Beste. Füße im feuchten Sand, das Gesicht in die Gischt gehalten, stundenlang. Hätte mich hineinschmeissen wollen, wär es nicht so kalt gewesen. Dennoch ließ sich jede Menge Ballast abwerfen und die Gedanken flogen mit den Möwen. Eine Heimkehr.
Alles ist leicht, am Meer.

Montag, 14. Mai 2012

Agnes Feders Tagebuch


Versuchung.
Ich dachte ich bin dagegen gefeit. Eine Unbestechliche.
Steht dann die Versuchung vor einem, sprießen tausend Ausreden aus dem Nichts.

Die Versuchung steht nicht im leeren Raum - sie wird zur Versuchung, weil es einen Bedarf danach gibt. Einsamkeit, Eintönigkeit und Lebenshunger wären denkbare Nährböden.

Heinrich lädt mich nach Barcelona ein.
Ich nenne mich mutig und sage zu. Freitag geht es los.

Donnerstag, 10. Mai 2012

Herzschwäche

300.000 Österreicher leiden an Herzinsuffizienz.
Schwache Herzen - was wollt ihr uns sagen?

Besungen in ungezählten Liedern, beklagt in tausenden Liebesdramen, wurde das Herz im Westen zur banalen Pumpe degradiert. Mittlerweile sogar austauschbar.

Wieso schwächelt ausgerechnet das Kaiserorgan, die Heimstätte des Shen, unseres Geistes -
die alten Chinesen wussten um die Bedeutung dieses Zentrums des Fühlens und Bewusstseins und achteten es hoch.

Der Geist, unsere wahre, absolute Natur, unser Potential in Handeln und Wirken und die Fähigkeit unsere wahren Bedürfnisse zu erkennen, braucht das Herz um zur Ruhe zu kommen.

Doch das Herz ist dem Element Feuer zugeordnet - wenn es auf großer Flamme brennt, ist der Brennstoff bald verbraucht. Das ZUVIEL schwächt - zuviel Begierde, zuviel Freude - in den Emotionen verbrennen wir, sterben mitunter an gebrochenen Herzen.

Qigong-Übungen pflegen Ausgewogenheit unter den Organen, bringen den Übenden in seine Mitte, von außen zurück nach innen. Ein Be-sinnen, bei-Sinnen-sein wird möglich, Gelassenheit und Geistesruhe ist der Lohn. Und ein langes, erfülltes Leben.

Es ist den Versuch wert.






offene Qigong-Übungsgruppe







Sonntag, 6. Mai 2012

Lebenskunst

Baumgesicht


"Mir kommt vor, als bewunderten wir alle die Natur zu viel und lebten zu wenig mit ihr."
Oscar Wilde*





*aus: Denken mit Oscar Wilde, Diognes

Mittwoch, 2. Mai 2012

Agnes Feders Tagebuch


Unerwünschte Gedanken die sich nicht abstellen lassen?
Im Kreis denken?

Edward Bach erkannte in den Blüten der weißen Kastanie die heilende Energie, einen solchen Seelenzustand auszugleichen. Innere Ruhe und geordnete Gedankenimpulse sind das Potential dieser Blüte.


Wenn ich die Blütenkerzen betrachte, spüre ich ihre Schönheit und Strukturiertheit, sehe ich die Präzision in jedem Detail von Blättchen und Staubfäden, Stempel und Stämmchen.
Lasse zu, dass sie in mir wirkt. Ich ihr Spiegel werde.

Dienstag, 24. April 2012

Agnes Feders Tagebuch


Lernen, lernen lernen. Es gibt so vieles zu erfahren, zu machen, zu üben.

Könnte ich doch mehr malen, mehr lesen, mehr anpflanzen, mehr Qigong üben und Meditation, laufen gehen - eine endlose Liste.

Ein Leben ist lange nicht genug. Nicht lange genug. Das geht sich nicht aus.

Relax, sag' ich mir. Typische Frühlingssymptome, das Yang schießt voll ein.
Fehlt bloß noch eine Verliebtheit. Kandidaten gäbe es.
Ach du liebe Zeit - jetzt auch noch Opfer der Hormone werden, stopp!!!

Dienstag, 17. April 2012

Agnes Feder


Es gibt Tage, da geht nichts. Garnichts. Nix. Null. Nijente.
Da hilft kein Sonnenschein, keine Schoko, kein Assam Thypoo (unglaublich aber wahr).

Also was tun?

Ich schau' mir beim Rumhampeln zu und lächle wie eine Mutter ihr Kind anlächelt.
Verständnisvoll, mit Liebe, gütig.
Das Rumhampeln wird schwächer, das Lächeln breitet sich im Körper aus, baut sich ein Nest in meinem Herzen.

Nichts kann mir das nehmen.

Mittwoch, 4. April 2012

Lebenskunst

Augensplitter.


Agnes Feders Tagebuch

Ich muss heute in den Wald. Brauche den federnden Boden unter meinen Füßen, den Duft von Bärlauch und den Gesang der liebestollen Vögel.
Damit wäre ich beim Thema Nr. 1: Heinrich. Wir sind nur gute Freunde - weil ich das so will. Seine Blondine - der Haaransatz war mausbraun - ist längst abgerauscht. In Heinrichs Universum macht ihn die Affäre zum Super-Alpha-Männchen. Er schwitzt praktisch Testosteron. Das bringt ihn dazu recht freimütig über seine Arbeit zu reden. Erzählt Dinge, die ich nicht hören möchte, die jede meiner Befürchtungen bestätigen: OPs, die nicht unbedingt notwendig sind, aber viel Geld bringen, Aufklärungsgespräche, in denen die Risiken heruntergespielt werden. Keine Einzelfälle. Das hat System.
Wie soll ich weiter für die Klinik arbeiten? Mache ich mich mitschuldig? Alles läuft dort am schmalen Grad der Legalität. Interpretiere ich zuviel hinein, weil ich von BabyStar traumatisiert bin?
Ich weiß es nicht.
Ich gehe in den Wald. Lausche. Schweige.
Vorerst.

Sonntag, 1. April 2012

Lebenskunst

Am Ende des Tages
zählt kein Ruhm
kein Titel
kein Erfolg

Am Ende des Tages
ist dein einziger Reichtum
dein Herz

Montag, 26. März 2012

Agnes Feders Tagebuch


Ein Wochenende in Graz - das ist wie Urlaub.
Mit Freunden und Familie plaudern, gutes Essen, Sonne, Wärme, spazierengehen.
Graz hat einen südlichen Charme - die Häuser mit ihren Fensterläden erinnern an mediterrane k&k Sommerfrische, Straßencafés, flanierende Menschen, Marktplätze voll belebt und bunt. Es findet sich sogar ein kleines Naturschutzgebiet (wie das Bild oben zeigt).

Freue mich auf ein Wiedersehen, liebes Graz.

Donnerstag, 22. März 2012

Agnes Feders Tagebuch



Es ist Frühling - Zeit des jungen Yangs - Expansion, Wachstum!

In der 5 Elementelehre der Chinesen ist dies die Zeit des Holzelements, dem die Leber/Galle zugeordnet ist. Die Zeit des Hun-Geistes, der Wanderseele, die unsere Eindrücke in diesem Leben speichert.

Und ich habe sie dieser Tage schon gesehen, die lieben Mitmenschen mit Qi-Stau in der Leber - zu erkennen an wilden Wutausbrüchen, weil es bei der U-Bahn eine Bertriebsstörung gibt, weil keine zweite Billakassa eröffnet wird (nämlich unmittelbar nachdem dies forsch gefordert wurde), weil sich ein Kind beim Arzt (!) immer wieder Nase putzt usw. usw. Aber auch Depression ist Ausdruck von Leber-Qi-Stau, Ekzeme, Heuschnupfen, Bluthochdruck und Kopfschmerzen.

Da wäre es angesagt für einen ungehinderten Qi-Fluss zu sorgen.
Qigong-Übungen machen wie z.B "Der Tiger brüllt ins Tal", heilende Laute chanten, Meditation ist sowieso immer gut, und für eine gesunde Ernährung sorgen.
Durch säuerliche Speisen und Getränke kann sich der Leber-Qi-Stau auflösen. Dazu gehören beispielsweise Äpfel, Spinat, Grünkern, Hagebutte, Petersilie, Brennessel, Sesam, Haselnüsse, Staudensellerie, Kaninchen.

Die ersten Brennesselblätter habe ich schon gesichtet - und sind bald in meinem Suppentopf zu finden.

Montag, 19. März 2012

Agnes Feders Tagebuch


Gestern am Holzknechtweg die ersten Bärlauchblätter gebrockt, weiter die Jägerwiese hinauf Richtung Agnesbründl. An eine liebe Freundin gedacht. Wunderbarer Wienerwald.

Das Ende der Blattleere naht - ähm, ja, ich hab' Warrior-Cats gelesen - sollten alle Katzenliebhaber tun. Das Leben aus der Sicht von Katzen.
Geradezu poetisch den Winter die Zeit der Blattleere zu nennen und trifft den Nagel punktgenau. Nicht mehr lange, und die Blattfrische wird ihr Tuch über Wipfel, Unterholz und Boden breiten.

Meine Weide hat jedenfalls über Nacht zu blühen begonnen - ein sicheres Zeichen dafür.

Agnes Feders Tagebuch

Victory



Montag, 5. März 2012

Agnes Feders Tagebuch

Ausgehungert nach Sonnenlicht - oft sieht man jetzt Menschen das Gesicht dem Himmel zugewand dastehen, die Augen geschlossen, die Sonne genießend. Auch mich kann man so sehen. Die Luft und der Boden sind noch kalt, trotzdem wagen sich die ersten Frühlingsboten heraus.
Jahr für Jahr ein Wunder, über das selbst Achzigjährige nicht müde werden zu sprechen. Das Erwachen der Natur bewegt sogar Stadtmenschen, es scheint als könnten wir uns dem nicht entziehen, egal wie weit wir uns von den natürlichen Zyklen entfernt haben. Ist das nicht wundervoll?

Die Menschen  um Fukoshima sehen ihre Umwelt mit neuen Augen. Kinder bleiben seit einem Jahr im Haus versteckt, abgeschottet vor einer feindlichen Umwelt. Sie lernen, dass sie krank werden unter freiem Himmel. Lebensräume sind für Generationen zerstört und viele begreifen, wie wertvoll die Erde war, auf der sie lebten.
Wir alle schätzen das Selbstverständliche nicht. Erst wenn es verloren ist.

Es ist wie in dem Märchen um den König, der von seinen drei Töchtern wissen wollte, womit ihre Liebe zu ihm vergleichbar ist. Der Vergleich mit Salz hatte ihn beleidigt. Erst als er ohne Salz leben musste erkannte er, wie sehr es seinem Leben Würze gab. Mehr als Gold und Perlen es jemals vermochten.

Die Erde ist nicht unser Untertan. Wir sind keine Könige. Wir sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen mit kindlicher Einfalt und behaupten, das sei unser angestammtes Recht. Der Baum wird den Verlust des Astes verkraften, wir unseren tiefen Fall vielleicht nicht.

Pro7, Ein Jahr nach dem Tsunami in Fukoshima
ZDF, Fukoshima

Montag, 27. Februar 2012

Agnes Feders Tagebuch



Die Sonne lockt uns heraus - in den Donauarmen bricht das Eis und funkelt wie Diamanten. Die Bruchstücke reiben aneinander - Glöckchen aus einer fernen Welt  rauschen. Ihr Lied legt sich gleich einem Klangteppich über das Wasser, hell und verlockend.