Dienstag, 31. Januar 2012

Agnes Feders Tagebuch

Die erste Erkältung dieses Winters pirscht sich heran. Sofort werden alle Geschütze aufgefahren: Ingwertee, Zwiebel und Ricola Kräuterzuckerl (das hilft meinem Hals besser als jede Lutschtablette die ich bislang in der Apotheke gekauft habe). Ich fühle mich gewappnet und sicher.

...und versöhnlich.
Heinrich hat sich wieder beruhigt und zu normalen Umgangsformen zurückgefunden. Ob er noch mit seiner Freundin beisammen ist, weiß ich nicht. Ist auch uninteressant. Ich freue mich, einen guten Freund zurück zu haben.
Manche (Theres ist da sehr streng) meinen natürlich, so benimmt sich kein Freund. Das ist nicht wahr. Warum? Weil wir alle Fehler machen, Sachen, die aus einem Impuls heraus entstehen, unüberlegt, für andere verletzend.
Also ich habe eine Menge solcher Impulse gehabt, danach gemessen dürfte ich keine Freunde mehr haben. Habe ich aber noch und ich bin sehr froh darüber.
Meine Freunde lassen mich so sein wie ich bin und ich mag sie, wie sie sind (ab und zu auf Tauchstation gehen, ist erlaubt).

Mittwoch, 25. Januar 2012

Agnes Feders Tagebuch

Synthetische Biologie - ein Widerspruch in sich selbst?

Unbenommen ist es eine tolle Sache, Organismen im Reagenzglas zu erzeugen, die z.B. so viel Öl produzieren, dass das Energieproblem der Menschheit gelöst ist; in 10 Jahren soll das möglich sein. Und die Forscher träumen noch weiter - man will Organismen virusresistent machen. Wenn das gelingt, macht man dasselbe mit Pflanzen und Tieren - und dann mit Menschen. Dafür braucht man auch bloß das Erbgut maipulieren.
Das habe ich alles nicht erfunden. Lief eben im Radio, Wissenschaftsmagazin.

Wenn man solche Dinge tun kann, dann eröffnet sich ein phantastisches Feld der Anwendungen auf den Menschen: Klüger, gesünder, schöner.

Wer will das nicht?

Wer könnte es sich leisten, nicht mitzumachen - ähm, Moment - teuer wird das sicher - also eine Elite wird es schon geben, die die anderen, die Kranken, Dummen, Armen und Hässlichen, beherrscht.
Na gut, dann änderts sich nichts. *Aufatmen*.
Wozu dann aber die ganze künstliche Evolution?

Ulrich Körtner (Ethiker) stellte die Frage in Anlehnung an Kant - Was ist der Mensch? - Was will der Mensch sein?

Ich frage mich, wissen denn die Menschen, die irgend was anderes sein wollen, wer sie sind?
Die Antwort liegt auf der Hand. Gestehe, das war polemisch.
Denn der, der weiß, wer und was er ist, will nicht länger etwas anderes sein.

http://oe1.orf.at/programm/293966

Montag, 23. Januar 2012

Agnes Feders Tagebuch

Ein Schneegestöber am Hügel, dieses Wochenende in der Dämmerung.
Um mich tobten Schneeflocken, ein Heulen und Pfeifen begleitete die wilde Jagd. Die brachen Felder summten unter dem Druck der Luftmassen, die Waldbäume stöhnten.
Es war kaum zu ertragen, entfesselnd, erschöpfend. Erinnerte mich an etwas Vergessenes, tief versteckt in mir. Die Winde pressten den Leib zusammen, erzwangen den Rückzug, warfen mich auf mich zurück.
Jetzt ist da dieses Etwas, eine Ahnung, die mich nicht mehr ruhen lassen wird. Etwas, das gefunden werden will.


"Ein gehorsames Herz ist ein totes Herz." Lotte Ingrisch
http://www.youtube.com/watch?v=Z1JEDUKYU8c

Montag, 16. Januar 2012

Agnes Feders Tagebuch

Shaolin-Mönche waren in Wien, zeigten ihre Kunst. Natürlich war alles dabei, was man sich erwartet, wenngleich in einer weit weniger marktschreienden Show, als dies sonst üblich ist.
Sie zeigten sich - für die, die hinsehen können. Beeindruckten mit Taten, die man nicht für möglich hielte, sähe man sie nicht mit eigenen Augen.

"Sich mit Entschlossenheit auf ein Ziel konzentrieren." bekommt eine neue Bedeutung, wenn du sieht, wie ein Mönch eine Nähnadel durch eine Glasscheibe wirft.

Das Bild hängt in meinem Kopf wie ein nagendes Würmlein.
Was ist mein wahres Ziel?
Bin ich wahrlich entschlossen, es zu erreichen?

Von 99% der Menschen prallt die Nadel an der gläsernen Wand ab - einer schafft es. Geheimnisvoll.

Das Geheimnis ist keines, jeder kann es erfahren. Und immer noch bleibt es unerreichbar.
Man könnte damit anfangen, zwei Stunden vor Sonnenaufgang jeden Morgen zu meditieren...und da scheitert die Geschichte schon...oder vielleicht doch nicht...

Donnerstag, 12. Januar 2012

Agnes Feders Tagebuch

Das neue Jahr heißt 2012.
Ich habe es mir mal in Ruhe angesehen. Noch ist nichts vom Weltuntergang à la Hollywood zu bemerken. Sehr beruhigend.

Frei von guten Vorsätzen bin ich im Schicksalsjahr angekommen und bemerke, dass sich das Rad der Jahreszeiten unbeeindruckt von unseren Vorstellungen weiterdreht. Das ist ja nicht besonders überraschend, nicht mal die Klimaerwärmung überrascht noch irgend jemanden.

Nach der Zahlenmystik könnte man aus der Quersumme 5 schließen, dass es sich tatsächlich um ein Jahr des Wandels und Aktivität handelt, Abenteuer könnten die Menschheit erwarten.

Da hätte ich nichts dagegen.