Dienstag, 24. April 2012

Agnes Feders Tagebuch


Lernen, lernen lernen. Es gibt so vieles zu erfahren, zu machen, zu üben.

Könnte ich doch mehr malen, mehr lesen, mehr anpflanzen, mehr Qigong üben und Meditation, laufen gehen - eine endlose Liste.

Ein Leben ist lange nicht genug. Nicht lange genug. Das geht sich nicht aus.

Relax, sag' ich mir. Typische Frühlingssymptome, das Yang schießt voll ein.
Fehlt bloß noch eine Verliebtheit. Kandidaten gäbe es.
Ach du liebe Zeit - jetzt auch noch Opfer der Hormone werden, stopp!!!

Dienstag, 17. April 2012

Agnes Feder


Es gibt Tage, da geht nichts. Garnichts. Nix. Null. Nijente.
Da hilft kein Sonnenschein, keine Schoko, kein Assam Thypoo (unglaublich aber wahr).

Also was tun?

Ich schau' mir beim Rumhampeln zu und lächle wie eine Mutter ihr Kind anlächelt.
Verständnisvoll, mit Liebe, gütig.
Das Rumhampeln wird schwächer, das Lächeln breitet sich im Körper aus, baut sich ein Nest in meinem Herzen.

Nichts kann mir das nehmen.

Mittwoch, 4. April 2012

Lebenskunst

Augensplitter.


Agnes Feders Tagebuch

Ich muss heute in den Wald. Brauche den federnden Boden unter meinen Füßen, den Duft von Bärlauch und den Gesang der liebestollen Vögel.
Damit wäre ich beim Thema Nr. 1: Heinrich. Wir sind nur gute Freunde - weil ich das so will. Seine Blondine - der Haaransatz war mausbraun - ist längst abgerauscht. In Heinrichs Universum macht ihn die Affäre zum Super-Alpha-Männchen. Er schwitzt praktisch Testosteron. Das bringt ihn dazu recht freimütig über seine Arbeit zu reden. Erzählt Dinge, die ich nicht hören möchte, die jede meiner Befürchtungen bestätigen: OPs, die nicht unbedingt notwendig sind, aber viel Geld bringen, Aufklärungsgespräche, in denen die Risiken heruntergespielt werden. Keine Einzelfälle. Das hat System.
Wie soll ich weiter für die Klinik arbeiten? Mache ich mich mitschuldig? Alles läuft dort am schmalen Grad der Legalität. Interpretiere ich zuviel hinein, weil ich von BabyStar traumatisiert bin?
Ich weiß es nicht.
Ich gehe in den Wald. Lausche. Schweige.
Vorerst.

Sonntag, 1. April 2012

Lebenskunst

Am Ende des Tages
zählt kein Ruhm
kein Titel
kein Erfolg

Am Ende des Tages
ist dein einziger Reichtum
dein Herz